Hilden: Galerie auf Zeit zeigt "Landschaften"

Hilden: Galerie auf Zeit zeigt "Landschaften"

Die Ausstellung in einem leeren Ladenlokal an der Mittelstraße 113 ist ein Erfolg, sagen die Künstler.

Kunst gegen Tristesse: Mitglieder des Vereins Haus Hildener Künstler beleben seit einigen Monaten ein leer stehendes Ladenlokal an der unteren Mittelstraße. Offenbar mit Erfolg. "Einige Kollegen haben etwas verkauft", berichtet Monika Medam, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit des H6 kümmert: "Wir zahlen keine Miete. Der Laden steht nicht leer und lässt sich so besser vermarkten. Wenn es einen Interessenten gibt, müssen wir raus. Das Experiment ist aber noch nicht zu Ende - und wir wissen auch nicht, wie lange es dauert."

Ab Samstag hat die Galerie auf Zeit wieder geöffnet (immer samstags von 12 bis 16 Uhr) - mit einem neuen Konzept. "Landschaften" heißt das Thema, an dem sich 18 Künstler beteiligen. Marion Reckow-Memmert zeigt eine Waldlandschaft, die sie in der Nähe von Erkrath fotografiert hat: "Das war eine echte Entdeckung. Da führt kein Weg hin." Landschaften sind ihre Leidenschaft. Das sieht man dem Bild auch an. "Das ist ein Hingucker für unsere Galerie", meint Medam. "In meinem Wald um die Ecke ist Stille, auf meinen Feldern am frühen Morgen liegt die schlichte Erhabenheit eines beginnenden Tages", erzählt Marion Reckow-Memmert. Sie findet die Galerie im Ladenlokal "spannend". "Das schafft auch eine Verbindung vom Haus Hildener Künstler am Stadtpark auf der anderen Seite der Benrather Straße. Und jeder Künstler freut sich, wenn er etwas verkaufen kann. Das ist eine Form von Anerkennung seiner Arbeit." Die Bilder sind so individuell wie die Ansätze ihrer Schöpfer.

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Zum Beispiel zeigt Monika Godo Impressionen mit Tusche und Aquarell. Realistisch und abstrakt, so der Ansatz von Lidia Gordon, die über ihre Arbeiten sagt: "Die Landschaft ist für mich ein Teil eines Landes, das bestimmte Eigenschaften und Merkmale hat." Farbstark sind auch die Landschaftspastelle von Brigitte Krings und Ingetraut Stein, die sich für ihre abstrahierten Acrylbilder vom Licht und den Farben Südfrankreichs inspirieren ließ. Reiseimpressionen von Oberbayern bis Ägypten flossen ein in die Aquarelle von Irina Gatina-Obrusnik. "Malerei heißt, neue Wirklichkeiten entstehen zu lassen", sagt Monika Hampe über ihre Arbeiten in Aquarell, Ölpastell, Acryl und Öl. Sie zeigt Impressionen vom Meer des Nordens. Bei den Landschaften der Malerin Sabine Clemens geht es auch nicht um das Abbild, sondern um das Gestalten von inneren Erlebnissen. Auch Fotokünstler zeigen ihre Arbeiten in der Galerie H6. Zum Beispiel Harold Augustin, der mit seinen Arbeiten versucht, die grafischen und malerischen Elemente im Zusammenspiel mit Licht, Formen und Farben hervorzuheben.

Michael Lewerenz zeigt zum Beispiel einen illuminierten Wasserfall in klassischem Schwarz-Weiß. Das Künstlerpaar Werner und Jutta Köhler aus Ratingen verfolgen einen gänzlich anderen Weg. Sie präsentieren abstrakte Landschaften, die den Besucher zum genauen Hinsehen auffordern sollen.

(cis)
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