Hilden: Friedenskirche runderneuert

Hilden: Friedenskirche runderneuert

Seit Herbst wird das Gemeindezentrum am Molzhausweg saniert und umgebaut. Ende Mai soll die Kindertagesstätte dort einziehen; das Zentrum selbst wird beim Sommerfest am 3. Juli eingeweiht.

Vor der Friedenskirche steht noch ein grüner Bauschutt-Container. Doch die schweren Arbeiten der Umbau-Maßnahme sind bereits abgeschlossen. Im Foyer des Gemeindezentrums, das künftig ein Teil der Kindertagesstätte sein wird, setzen Stefan Müller und Daniel Saric gerade Gipsbauplatten für die neue Kita-Küche ein. Schwer zu verstehen für manche Gemeindeglieder, weiß Pfarrer York-Peter Wolf — wo doch nur wenige Meter daneben gerade die neue Küche des Gemeindezentrums eröffnet wurde. "Aber Kindertageseinrichtungen haben nun mal andere hygienische und räumliche Vorschriften."

Seit Herbst letzten Jahres wird an der Schumannstraße /Ecke Molzhausweg gewirkt und gewerkelt. Denn der Betonbau von 1967 mit dem angrenzenden Kindergarten war nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch zu teuer für die Gemeinde geworden. Teile des Geländes ostwärts der Friedenskirche wurden deshalb an einen freien Bauträger verkauft — der Teil, auf dem im Augenblick noch die evangelische Kindertagesstätte und vier Wohnbungalows stehen.

Aus dem Erlös von rund 1,1 Millionen Euro und mit Zuschüssen der Landeskirche und des Landes — Mittel aus dem Konjunkturpaket II waren auf Grund der gleichzeitigen U-3-Förderung nicht mehr zu ergattern — wird nun das Gemeindezentrum saniert und so umgebaut, dass auch die Kindertagesstätte mit einziehen kann. "Die größte Herausforderung war und ist es, den aktuellen Betrieb am Laufen zu halten", sagt Wolf. Doch berge das auch positive Überraschungen: Ein bislang nur sporadisch genutzter und nun als erstes renovierter Nebenraum ist derzeit die "Kommunikationszentrale" für Jugend-, Senioren- und Leitungskreise.

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Auch nebenan riecht es schon nach frischer Farbe. Im 1968 geweihten Eingangsbereich wurde eine Fensterfront versetzt, um Platz für den geplanten Café-Betrieb zu bekommen. Der Fußboden bleibt: "Auf Naturstein einen Teppich zu legen, wäre eine Sünde", findet der Pfarrer. Nicht nur der Seniorenclub und die Frauenhilfe finden hier künftig Platz; auch der Eine-Welt-Laden hat schon Vitrinen für die Präsentation seines Sortiments aufgebaut. Dieser wird übrigens mit der Erlöserkirche gemeinsam betrieben. Der Wandschmuck war vormals die Altarplatte der Reformationskirche, und das Altarkreuz der Jesus-Christus-Kirche hängt ebenfalls dort — ein schönes Sinnbild des Zusammenhalts der evangelischen Gemeindebezirke.

Zudem soll es künftig einen Jugend- und Konfirmandenraum sowie einen Raum für das Evangelische Seniorenbüro als Geschäftsstelle für die gesamte Kirchengemeinde geben. Ein Seminarraum dient unter anderem Veranstaltungen der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB). Darüber hinaus stehen ein Mehrzweckraum und der bisherige große Saal, der etwas verkleinert wurde, den verschiedenen Gruppen zur Verfügung. Nicht angetastet wurde das eigentliche Kirchenschiff, das nach wie vor an die 600 Personen fasst.

Die "Gemeindewiese" wird künftig der Kindertagesstätte als Außengelände dienen. Denn die jüngsten Gemeindeglieder rücken dem Pfarrer ab Ende Mai auf die Pelle: Ihr Spielplatz grenzt direkt an den Garten der Familie Wolf. Gestern Abend hat Einrichtungsleiterin Doris Mees, die auch Mitglied des sich wöchentlich treffenden Bauarbeitskreises ist, eine erste Führung für ihr Team gemacht. "Bisher sind wir nur mit den Kindern ums Gebäude geschlichen, um Bob, den Baumeister, mal live bei der Arbeit zu bewundern", erzählt Mees schmunzelnd. Auf sie kam im Herbst durch eine Vorschrift des Landesjugendamtes noch eine besondere Herausforderung zu: "Da wurde die Bestimmung erlassen, dass kleine altersgemischte Gruppen noch einen dritten Raum brauchen. Geplant hatten wir pro Gruppe nur zwei Räume." Ab August wird sich die Kita mit einer Regel- und zwei U-3-Gruppen als Familienzentrum zertifizieren lassen.

(RP)