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Frauentag: IG Bau befürchtet Rückschritt bei Gleichberechtigung

Internationaler Frauentag : IG Bau: „Minijobs werden zu einer Karrierefalle“

Anlässlich des Frauentags warnt die Industriegewerkschaft Bau vor einem Rückschritt bei der Gleichberechtigung. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind aktuell 57 Prozent der insgesamt rund 44.000 geringfügig entlohnten Arbeitsverhältnisse im Kreis Mettmann in Frauenhand.

Die Belastung ist groß. Sie kümmern sich stärker um Haushalt und Kinder, haben niedrigere Einkommen und müssen häufiger um ihren Job fürchten: Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat die Gewerkschaft IG Bau vor einem Rückschritt bei der Gleichberechtigung in Folge der Corona-Pandemie im Kreis Mettmann gewarnt. „Insbesondere Minijobs werden in der Krise zunehmend zur Karrierefalle“, kritisiert Bezirksvorsitzender Uwe Orlob. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind aktuell 57 Prozent der insgesamt rund 44.000 geringfügig entlohnten Arbeitsverhältnisse im Kreis Mettmann in Frauenhand. In der Gebäudereinigung liegt der Frauenanteil bei den 450-Euro-Stellen sogar bei 67 Prozent. „Geringfügig Beschäftigte gehen nicht nur beim Kurzarbeitergeld leer aus. Sie sind auch häufiger von Entlassungen betroffen“, so Orlob. Die IG Bau plädiert dafür, die Minijobs in der jetzigen Form abzuschaffen und sozialversicherungspflichtig zu machen. Eine Anhebung der Verdienstgrenze auf 600 Euro, wie sie einige Arbeitgeberverbände fordern, liefe hingegen auf einen Ausbau prekärer Arbeitsverhältnisse hinaus. Zudem stehe das Ehegatten-Splitting einer echten Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt im Weg. „Durch hohe Abzüge in der Steuerklasse 5 bleibt vielen Frauen nur wenig vom Bruttoverdienst. Das führt auch zu geringen Arbeitslosenansprüchen und Einbußen beim Elterngeld“, kritisiert Orlob. Die Politik müsse das Thema in diesem Wahljahr anpacken und eine Reform der Einkommenssteuer voranbringen. In Zeiten geschlossener Kitas und Schulen bleibe die Kinderbetreuung meist an den Frauen hängen. Hinzu komme die Arbeit im Haushalt und die Pflege von Angehörigen.