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Hilden: Frage und Antwort im Schnelldurchgang

Hilden : Frage und Antwort im Schnelldurchgang

Beim "Speed Debating" des Jugendparlaments können Schüler Vertreter aus Politik und Verwaltung im Vier-Minuten-Takt mit Fragen löchern.

Beim "Speed Debating" des Jugendparlaments können Schüler Vertreter aus Politik und Verwaltung im Vier-Minuten-Takt mit Fragen löchern.

Valeria Lutz und Tülin Tastekin haben in der Tischrunde im Helmholtz-Gymnasium gegenüber von Sabine Klein-Mach Platz genommen. Beim so genannten "Speed Debating" können die beiden Schülerinnen der Wilhelm-Fabry-Realschule gleich ihre Schulleiterin mit Fragen löchern.

Bevor es losgeht, erklärt aber Sarah Buchner vom Jugendparlament noch einmal die Regeln: "Eine Runde dauert vier Minuten. 30 Sekunden vor Ende der Runde klingelt es einmal, beim zweiten Klingeln rutscht ihr nach rechts zum nächsten Gesprächspartner weiter." Das Jugendparlament organisierte jetzt bereits zum sechsten Mal seit 2009 die Schnellfragerunde, bei der Hildener Schüler Vertretern aus Politik und städtischen Einrichtungen Antworten entlocken konnten.

Valeria (14) und Tülin (13) wollen von Sabine Klein-Mach zuerst wissen, wie ihr der Beruf der Schulleiterin gefällt. "Sehr gut. Ich liebe meinen Beruf und möchte noch ganz viel bewegen. Für mich ist es weniger Beruf als Berufung", sagt Klein-Mach. "Kennt ihr den Unterschied?", hakt sie bei den Schülerinnen nach. "Berufung ist mehr, was einem liegt. Und Beruf ist eher die Tätigkeit", sagt Valeria.

"Wenn man sich zu etwas berufen fühlt, möchte man das unheimlich gerne machen. Jeder Tag ist in der Schule anders", erklärt die Schulleiterin. "Wie gefällt Ihnen unsere Schule und was würden Sie daran ändern?", fragen die Schülerinnen als nächstes. "Ich versuche einiges zu ändern. Neue Medien und gebundenen Ganztag einzuführen. Und dass viele tolle Angebote an die Schule kommen, bei denen Kinder nachmittags Spaß dran haben", antwortet Sabine Mach-Klein.

"Was machen Sie in Ihrer Freizeit", will Tülin wissen. "Mein Mann beschwert sich, dass mir zu wenig davon bleibt. Ich denke nicht daran, wie viele Stunden ich am Tag arbeite. Aber meistens sind es Zwölf-Stunden-Tage. Mit viel Verantwortung steigt auch die Arbeit", sagt sie, während die Klingel das erste Mal zu hören ist. "Aber wenn ich mich entspanne, dann lese ich unheimlich gern", verrät die Direktorin.

Schließlich klingelt es erneut, und die beiden Mädchen ziehen zu den nächsten Gesprächspartnern, den beiden Jungliberalen Hendrik Döpper und Yannik Hoppe weiter. Nach den Kurzdebatten mit allen Teilnehmern sind die beiden Schülerinnen zufrieden. "Es war sehr interessant. Wir haben erfahren, was die Parteien so genau machen", berichtet Valeria. "Was die Jusos sind, wussten wir vorher nicht", gesteht Tülin.

Nils Roosen und Kevin Messerschmidt waren anschließend auch zufrieden. "Wir haben gute, klare Antworten bekommen", stellte Nils fest. "Ich habe mehr über die Piratenpartei erfahren. Was die so machen, das spricht mich an", sagt Kevin. Auch bei Wolfgang Busch fühlten sich die Schüler gut informiert. "Das ,Speed Debating' ist schön, weil die Hemmschwelle bei den Jugendlichen vor der Uniform sinkt", lobt der Polizeichef. Für Sozialwissenschafts-Lehrerin Sabine Adam von der Fabry-Realschule war das "Speed Debating" ein voller Erfolg. "Diese Chance haben wir im Unterricht nicht. Die Schüler fühlen sich hier ernst genommen, wenn Erwachsene ihre Fragen ernsthaft beantworten", lobt Adam.

(pjj)