1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Haan: Fonds will Strauss-Haus verkaufen

Haan : Fonds will Strauss-Haus verkaufen

Gewerbeflächen werden für 1,95 Millionen Euro angeboten. Sie stehen teilweise seit zehn Jahren leer.

Der Makler Wundes & Partner preist das Objekt als "Perle in 1A-Innenstadtlage" mit "besten Aussichten auch für die Zukunft" an. 1,95 Millionen Euro sollen die 4200 Quadratmeter Gewerbeflächen im Geschäftshaus Windhöve 1 kosten. Seit zwei Monaten sei das Angebot am Markt. "Wir sind mit einigen Interessenten im Gespräch", berichtet Hans Wundes. Eigentümer sei ein Immobilienfonds aus Frankfurt. Veräußert werden soll nur ein Teileigentum, die Büro-, Lager- und Ladenflächen im Untergeschoss, Erdgeschoss und ersten Etage des 1973 gebauten Gebäudes. Die Eigentumswohnungen in den Obergeschossen gehören anderen Eigentümern.

Fast die Hälfte der angebotenen Gewerbefläche (knapp 2000 Quadratmeter) steht leer — und das zum Teil schon seit vielen Jahren. Zum 30. November 2002 sperrte der Famka-Supermarkt im Basement (rund 1300 Quadratmeter) zu, der Mietvertrag der Spar Handels AG lief noch bis Ende 2003.

Ankermieter ist die Firma Strauss Innovation im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss — und das bereits seit 1989. Strauss habe den Mietvertrag gerade erst für fünf weitere Jahre bis Ende 2018 verlängert, weiß der Makler. Für die Immobilie spreche die gute zentrale Innenstadtlage. Durch das geplante Einkaufszentrum am Schillerpark dürfte das Objekt in Zukunft "noch eine deutliche Wertsteigerung erfahren", heißt es im Verkaufsexposé.

Das geplante Windhövel-Einkaufscenter freilich kommt seit Jahren nicht voran, unter anderem weil der Investor nicht über wichtige Grundstücke verfügen kann. Für Elmar Jünemann, stellvertretender Leiter der Haaner Wirtschaftsförderung, ist die Immobilie wegen des Teileigentums der Gewerbeflächen eine "Spezialimmobilie". Mit dem Verwalter, Bilfinger Real Estate, sei die Stadt Haan schon seit mehr als zweieinhalb Jahren in intensivem Kontakt. Jünemann hat den Eindruck, dass Bilfinger die Immobilie bereits aufgegeben hat.

Das treffe jetzt wohl auch für den Eigentümer zu. "Der Verkauf ist eine neue Entwicklung", stellte Jünemann fest. Die Wirtschaftsförderung habe immer wieder neue Interessenten vermittelt: "Dafür war Bilfinger auch dankbar." Der Eigentümer sei aber nicht bereit gewesen, zu investieren oder nur dann, wenn sich die Mieter lange gebunden hätten. Rund 1350 Quadratmeter stehen seit zehn Jahren im Untergeschoss leer. Es ist über eine Rolltreppe mit dem Erdgeschoss verbunden und hat einen direkten Zugang zur öffentlichen Tiefgarage Schillerstraße. Dennoch findet sich kein Mieter. Jünemann weiß, warum. Die Fläche sei für einen Nutzer in der Regel zu groß, schlecht teilbar und verfüge über keine Sanitäranlagen. "Wir haben vorgeschlagen, dass Strauss sein Lager ins Untergeschoss verlegt", berichtet der Wirtschaftsförderer von zahlreichen Ideen: "Das wollte Strauss aber nicht."

Geprüft worden sei vieles. Die Kleiderkammer des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer sollte im Basement des Strauss-Hauses einziehen. Geprüft wurde auch die Nutzung als Fitnessstudio, als Kantinen-Küche oder zuletzt durch ein türkisches Dampfbad. "Das würden wir lieber im Hallenbad sehen", so Jünemann. Gescheitert seien die Ideen meist an den hohen Investitionskosten. Verwalter Bilfinger bietet die knapp 2000 Quadratmeter freien Nutz- und Lagerflächen provisionsfrei an. Die Dienstleistung eines Maklers werde nach Abstimmung durch den Vermieter sogar bezahlt.

Makler Wundes & Partner gibt als aktuelle Jahresnettomieteinnahmen rund 202 000 Euro pro Jahr an.

(RP)