Flüchtling bringt verlorenes Portemonnaie zurück

Hilden : Flüchtling bringt verlorenes Portemonnaie zurück

Brigitte Wagner ist immer noch ganz begeistert: Die Hildenerin hatte kürzlich eine äußerst angenehme Begegnung mit einem Flüchtlingsehepaar, „vermutlich aus Aserbaidschan“. Und das kam so.

„An einem Samstag fuhr ich mit dem Rad zum Einkaufen. Mein Portemonnaie steckte in der Jackentasche, die man mit einem Klettverschluss schließen kann, aber offenbar habe ich sie nicht richtig zugemacht. Jedenfalls war das Portemonnaie weg, als ich am Ziel ankam.“ Sie sei zurückgefahren, habe die Strecke abgesucht und danach ein zweites Mal mit ihrem Mann.

Wagner war frustriert: „EC- und Kreditkarte, Führerschein, Schwerbehindertenausweis, Ausweis – alles weg. Sie ließ sofort die Karten sperren. Aus dem Fenster sah sie eine Familie mit zwei Kindern auf ihr Haus zukommen. „Der ehrliche Finder hatte in meinem Ausweis meine Anschrift gefunden und war mit Hilfe der Handynavigation zu mir in den Zeissweg gekommen.“ Sie erfuhr, dass die Familie in einer Unterkunft ganz in der Nähe wohne. „Seine Frau hatte der Mann mitgebracht, weil sie besser Deutsch spricht als er“, berichtet die Hildenerin.

Brigitte Wagner war gerührt, „denn er gehört zu den Menschen, die so gerne negativ gesehen werden, jemand, der seine Heimat verlassen hat, um bei uns in Deutschland einen Neuanfang zu wagen. Er hat sofort erkannt, wie wichtig es für mich ist, die Dokumente zurück zu bekommen und hat den Weg zu mir in den Zeissweg auf sich genommen, um mir alles zu übergeben“, erklärt sie.

Der Hildenerin ist es wichtig, diese gute Tat öffentlich zu machen, denn „viel zu oft werden Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, mit Kriminalität in Verbindung gebracht.“ Gerade erst sei sie aus einem Kegelclub wieder ausgetreten, „weil dort ständig über Ausländer gehetzt wurde. Ich habe etwas gegen die Vorverurteilung dieser Menschen. Aus den Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass auch viele Deutsche Flüchtlinge waren, spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg.“

Die Hildenerin schwärmt immer noch: „So etwas Tolles“. Sie hat dem Flüchtlingspaar einen Finderlohn gezahlt.

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