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Hilden: Fliesenleger: Qualität hat ihren Preis

Hilden : Fliesenleger: Qualität hat ihren Preis

In loser Folge stellt die Rheinische Post die Obermeister der Kreishandwerkerschaft vor. Heute: Fliesenlegermeister Thomas Grünendahl aus Hilden. Er ist auch öffentlich bestellter Sachverständiger.

Er hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und liebt seinen Beruf, obwohl seine Branche heute schwer zu kämpfen hat: Thomas Grünendahl, Fliesenlegermeister und Inhaber des Hildener Meisterbetriebes "Grünendahl — Fliesen und Natursteine". "Es gibt inzwischen eine Schwemme von Fliesenleger-Betrieben", sagt der Obermeister der Bau-Innung im Kreis Mettmann. Doch nicht jeder werde tatsächlich auch von einem Meister des Handwerks geführt. "Außerdem ist es schwer, Schulabgänger für einen Ausbildungsplatz in unserem Beruf zu begeistern", beklagt der Kreishandwerksmeister.

Azubis fehlen Mathe-Kenntnisse

"Dass man sich in unserem Bereich heute auch ohne entsprechende Ausbildung selbstständig machen kann, liegt an der Novellierung des Handwerksgesetzes von 2004", erzählt Grünendahl. Vor dem Hintergrund schnellte die Zahl der Fliesenleger-Betriebe im Regierungsbezirk Düsseldorf von rund 700 (im Jahr 2004) auf 5000 (2010) hoch. Darüber kann der Hildener ebenso nur noch den Kopf schütteln wie über die mangelhaften Kenntnisse einzelner angehender Auszubildender in Mathematik oder Deutsch.

"Die Fächer sind für einen angehenden Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ebenso das A und O wie Chemie oder Physik", betont der Meister seines Fachs. Und sie stehen für die Vielschichtigkeit des Berufes. "Wie will jemand zum Beispiel vernünftig eine Fläche berechnen oder seine Arbeit abrechnen, die nach der Quadratmeterzahl der Fliesen bezahlt wird, wenn er noch nicht einmal die Grundrechenarten beherrscht?", fragt sich der 47-Jährige.

Zudem muss der "Azubi" alle Sparten und Materialien im Griff haben — von der Gestaltung von Badezimmern, Schwimmbädern, Mosaikarbeiten bis hin zu Natursteinverlegung und Beschichtungen. Dennoch sagen viele junge Leute zum Leidwesen von Grünendahl: Bau, was ist das schon? "Der Beruf hat kein Image mehr", sagt der Handwerksunternehmer.

"Wir brauchen aber gute, junge Leute mit guten Noten", appelliert der Fliesenlegermeister, der sein Handwerk in dritter Generation führt. Seinen Betrieb in Hilden auf einer Fläche von rund 630 Quadratmetern hat Thomas Grünendahl im Februar 1998 gegründet. Angefangen hat er alleine, heute hat er fünf Mitarbeiter inklusive einem Auszubildenden zum Bürokaufmann.

"Wir gehören dem Bauhauptgewerbe an", erklärt das Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Düsseldorf. Neben der dreijährigen Ausbildung zum Fliesenleger sind in diesem Zweig noch der Ausbaufacharbeiter, der Maurer und der Stahlbetonbauer erlernbar. Als Meister und öffentlich bestellter Sachverständiger legt Thomas Grünendahl Wert auf Qualität. "Und die hat ihren Preis. Ich selbst vergebe ja auch mir fremde Arbeiten zum Beispiel an Elektriker, Maler oder Installateure. Dann arbeite ich dafür eben auf meinem Aufgabengebiet mehr, das ich nun einmal beherrsche", sagt Thomas Grünendahl.

(ckh)