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Hilden: Feuerwehr-Großübung mit 250 Rettern

Hilden : Feuerwehr-Großübung mit 250 Rettern

Feuerwehren und Rettungsdienste beteiligen sich mit 100 Fahrzeugen an einer Großübung, um die Abläufe für den Ernstfall zu optimieren.

Das Sirenengeheul lässt Schlimmes befürchten. Samstagmorgen 9.30 Uhr, Großalarm in Wülfrath. Eine Explosion in einem Chemiewerk hat viele Verletzte gefordert. Dutzende Feuerwehrwagen und Rettungsfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn bahnen sich ihren Weg zum Gelände der Jonas Farbwerke. Das Ziel der Einsatzkräfte: Alles geben, Leben retten — um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Die Großübung der Feuerwehren und Hilfsorganisationen des Kreises Mettmann soll dabei helfen, notwendige Abläufe zu optimieren.

Das angenommene Szenario: Bei der Explosion ist ein Stoff ausgetreten, durch den eine große Anzahl an Personen verletzt wurde. Rund 250 Einsatzkräfte aus dem ganzen Kreis sichern mit fast 100 Fahrzeugen die Unglückszone. Hochmotiviert und konzentriert arbeiten die Rettungskräfte Hand in Hand. Die Feuerwehr Wülfrath übernimmt die Menschenrettung, die Schadensbekämpfung und die ersten lebenserhaltenden Maßnahmen. Die anderen Einsatzkräfte aus dem Kreis Mettmann betreiben den Behandlungsplatz, wo gleichzeitig bis zu 50 Patienten versorgt werden können.

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"Wir haben das Gelände wie im Ernstfall in verschiedene Zonen unterteilt", erklärte Marcus Jagieniak als Übungsbeobachter. Währenddessen treffen im Sanitätszelt immer mehr "Verletzte" ein, werden dort erstversorgt und, wenn nötig, mit Krankenwagen in die Krankenhäuser der Umgebung gefahren. "Wir proben heute auch den Transport der Verletzten in die benachbarten Städte wie Essen oder Wuppertal", weiß Jagieniak. Alles wird dokumentiert, auch die Patientenübergabe. So wird die am Unglücksort vorbereitete Krankenkarte in den Ambulanzen ausgefüllt und dann zurück an den Übungsleiter geschickt: Jagieniak: "Damit ist der Kreis rund und wir wissen, ob alles reibungslos funktioniert hat."

Eine der Abtransportierten ist Monika Waterkamp: "Meine Rolle ist, dass ich das ausgetretene Gas eingeatmet habe und beim Verlassen der Lagerhalle gestrauchelt und auf das Gesicht gefallen bin", erklärt die Statistin: "Solche realitätsnahen Übungen sind enorm wichtig." Anlass der komplexen Großübung war die Überarbeitung des MANV-Konzeptes (Massenanfall an Verletzten) im vergangenen Jahr. Stimmen Theorie und Praxis überein? Auf Flipcharts werden die Ereignisse an jeder Station dokumentiert. Ein Einsatztagebuch hält die Abläufe exakt fest. Jagieniak: "Jedes Detail werden wir nun in den kommenden Wochen analysieren." Eine erste Bilanz zog der stellvertretende Kreisbrandmeister: "Die Kräfte arbeiten mit großer Disziplin. Und auch das Zusammenspiel zwischen den Hilfsorganisationen und der Feuerwehr klappt hervorragend."

(RP)