Hilden: Fest der Völker verbindet Nationen

Hilden : Fest der Völker verbindet Nationen

Das Wetter passte, der Zuspruch war riesig und das Essen köstlich. Auf dem alten Markt in Hilden wurde zwei Tage lang das Fest der Völker gefeiert und damit die Integrationsarbeit der Stadt weiter vorangetrieben.

"Die Integration in Hilden ist von einer enormen Bedeutung", erklärt Tobias Wobisch vom Hildener Integrationsbüro. Auf dem Markt mit seiner Fachwerkhaus-Kulisse hatten am Samstag und Sonntag neben der Stadt auch neun ausländische Kulturvereine die Hildener dazu eingeladen, die internationalen Beziehungen zu- und miteinander zu vertiefen.

Portugal Gegrilltes Hähnchen, gegrillte Sardinen und leckerer portugiesischer Nachtisch: Das boten die Mitglieder des Vereins "União Portoguesa Hilden". Auch die Vorsitzende, Maria Henriqueta Batista, war begeistert von der Atmosphäre auf dem Platz: "Am wichtigsten ist die Zusammenarbeit aller Vereine und der Stadt vom Anfang bis zum Ende", sagte sie. "Wir sind wie eine große Familie." Auf der Bühne sorgte die Folklore-Gruppe "Quinas de Portugal" für akustische und optische Unterhaltung.

Spanien Maria Vazquez-Fernandes hatte alle Hände voll zu tun: "Die Nachfrage nach unseren Tortillas und der Paella ist enorm, das Essen geht weg wie warme Semmeln", sagte sie. Das Fest der Völker sei ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender des Vereins. "So können wir unsere Kultur präsentieren und mit anderen Menschen feiern." Zur Party-Stimmung trugen auch die Flamenco-Tänzer der "Grupo Rociero" bei, die mit feurigem Blick die Kastagnetten klappern ließen.

Italien Antonio Sapane ist seit fünf Jahren Mitglied im italienisch-deutschen Verein. "Seit sechs Uhr am Morgen sind wir auf den Beinen, haben aufgebaut und vorbereitet", erzählt der Italiener. "Sobald die ersten Besucher da sind, haben wir einfach nur Spaß am Fest der Völker." Pizza, Orangini und Bruscetta lockten die Gäste an den italienischen Stand. Moderne Musik aus dem Land in der Form eines Stiefels kam von "Casaluci & la Stella", dem singenden Koch und seiner Band. Marokko Ein besonderer Duft zog die Besucher an den marokkanischen Stand: Dort wurde marokkanischer Pfefferminztee stilecht aus einer Silberkanne in silberne Becher ausgeschenkt. Wer Hunger hatte, konnte das Couscous kosten, das die zehn Helfer zubereitet hatten. "In diesem Jahr haben wir kein Programm auf der Bühne", berichtete Mohammed Bouziani. "Das hat einen besonderen Grund: Wir alle waren mit der Eröffnung unserer neuen Moschee sehr beschäftigt."

Griechenland Teigblätter gefüllt mit Schafskäse und Spinat, hausgemachtes Tzatziki, selbtgebackener Kuchen — jedes Jahr wird das kulinarische Buffet der Griechen ein wenig größer. "Unser Verein hat mittlerweile gut 40 Mitglieder, aber es kommen auch viele Freunde und helfen uns", berichtet Vorsitzende Thalia Banti. Bisher standen immer bekannte griechische Künstler auf der Bühne des Festes der Völker. In diesem Jahr sorgten Kollaros Rafael, der seit fast drei Jahren in Deutschland lebt, und Sigianis Andreas für stimmungsvolle Musik zum Tanzen.

Türkei Dönerfreunde kamen in diesem Jahr wohl nicht auf ihre Kosten am türkischen Stand. Denn jetzt standen Grillgerichte wie Köfte oder auch Gözleme mit Käse und Spinat und Süßes auf der Speisekarte. Auf der Bühne begeisterten die kleinen und großen Folklore-Tänzerinnen in ihren farbenfrohen Gewändern. "Uns ist es wichtig, dass die Kinder mit ihrer Kultur aufwachsen", sagte Vorsitzender Yunus Karci.

Jugoslawien Sanja Odzin aus Solingen vertrat in diesem Jahr die Hildener Jugoslawen um Dragica Schröder. "Ich freue mich, dass wir hier sein und uns präsentieren dürfen", sagte sie. Vorbereitet hatten sie Cevapcici mit Krautsalat, Hackbraten, serbische Bohnensuppe und am Sonntag Waffeln und Kuchen. "In unserem Verein wollen wir den Kindern nicht nur die Kultur, sondern auch die Sprache weitergeben. Sonst vergessen sie sie." Die Tanzgruppe Borac, die bei internationalen Meisterschaften bereits Erfolge erzielen konnte, tanzte für das Publikum zwei Choreographien.

Slowenien Ähnlich wie am jugoslawischen Stand boten auch die slowenischen Hildener in direkter Nachbarschaft Cevapcici und Krautsalat an. Josef Pahic beobachtete mit Freude den gut gefüllten Marktplatz. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe Statenberg mit Walzer und Polka.

Russischsprachige Deutsche "Wir in Deutschland" Viele Völker vereinen sich unter dem Dach des Vereins. Deshalb hatte Vorsitzende und Gründerin Tatjana Michel auch die Kindergruppe der Tanzsportgemeinschaft Hilden eingeladen. "Auch dort tanzen junge Menschen verschiedener Nationen", sagte sie. Für hungrige Gäste gab es Schaschlik, Wareniki, Pelmeni (russische Maultaschen) oder Blini.

(vest)