1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Feriencamp und Ukraine-Gäste bei den Sportfliegern Meiersberg

Hildener frönt Fliegerhobby im Norden des Kreises : „Segelflieger sind immer erfinderisch“

Im Camp am Meiersberg in Heiligenhaus läuft  ein Stück Intensiv-Segeltraining für Einsteiger. Daneben finden die Flieger aber auch Zeit für Gäste, die traditionell gern betreut werden und gelegentlich sogar mitfliegen dürfen.

Für den Laien ist es ein prachtvoller Hochsommer-Vormittag, für den Fliegerexperten eher nicht: „Wir haben es schon beim Briefing heute früh gesagt: Die Thermik ist mäßig“, erklärt Frank Schneider, passionierter Flieger und Marketingmann für den Flugplatz Meiersberg. Wie kommt’s? „Sehen Sie dahinten am Horizont?“ Das fragt er den erstaunten Besucher. Und gibt die Antwort gleich selbst. „Hohe Bewölkung, so schleierartig. Das heißt: weniger Sonneneinstrahlung. Und daraus folgt: weniger Thermik.“

Was nicht bedeutet, dass die jungen Segelflieger einen langweiligen Tag vor sich hätten. Im Gegenteil. Wenn am Meiersberg die zweiwöchigen Camps laufen, organisiert von den Jugendabteilungen des Vereins Sportflug Niederberg und des Aeroclubs Ratingen, dann ist von früh bis spät reichlich zu tun.

Nachwuchsprobleme plagen die Segelflieger nicht wirklich: „15 bis 20 Leute sind immer hier, 90 Prozent von ihnen sind Schüler. Der Flugplatz Meiersberg hat ein großes Einzugsgebiet, auch über den Kreis Mettmann hinaus“, sagt der Hildener Frank Schneider, selbst Mitglied des Aeroclubs Ratingen. Die Crashkurse führen die meisten Flugschüler hin zur A-Prüfung, für die drei Alleinstarts nötig sind.

  • Am Meiersberg in Heiligenhaus : „Segelflieger sind immer erfinderisch“
  • Das Programm steht: Bürgermeister Beck, Kathrin
    Besonderes Jahr für Heiligenhaus : Feiern geht weiter: Fest zum Jubiläum
  • Buntes Programm für Kinder beim Jubiläumsfest.⇥Foto:
    Engagement in der Sandheide : Verein „füreinander“ kann auf treue Sponsoren zählen

Tim Neidert (16) aus Heiligenhaus ist einer der Flugschüler mit einem klaren Ziel vor Augen: „Fliegen im Einsitzer.“ 23 Flugstunden, im Internet hinterlegt, das ist seine bisherige Flugerfahrung. Am liebsten natürlich im neu angeschafften Flieger des Clubs.

Beim Material steht ein Generationenwechsel an. Holzkonstruktionen, Anfang der 70er Jahre noch Standard, gelten jetzt eher als Oldtimer, unter anderem auch wegen vergleichsweise hoher Wartungskosten. Und außerdem, weiß Neidert: „Kunststoff fliegt sich sportlicher.“ Der Verein hat inzwischen entsprechend investiert. Und zwischendurch lässt sich noch eine Fortbewegung mit etwas mehr Bodenhaftung nebenbei lernen: Traktor fahren. Das Rangieren auf dem Gelände, zum Beispiel Richtung Start, gehört für die Camp-Teilnehmer mit zum Tagesgeschäft. „Segelfliegen ist ganz klar ein Mannschaftssport“, sagt Schneider. Fünf Personen brauche es schon, einen Piloten in die Luft zu befördern. Sei es, wie bei den Schülern, per Seilwinde oder aber per Motorflugzeug, das den Segelflieger in Schlepp nimmt und der Thermik entgegenbringt. Der Segelbetrieb, dessen Saison bis in den Oktober hineinreichen wird, hat für die Vereinsflieger auch noch ganz andere Facetten. So diente der Flugplatz vor einigen Wochen als „Location“ fürs Freiluftkino. Außerdem wurden für den Dienstag Gäste aus der Ukraine erwartet. Hier gibt es lange Zeit gepflegte Verbindungen zur Heiligenhauser Tschernobylhilfe. Sogar Mitfliegen sollte den Gästen möglich gemacht werden, wie Besuchs-Organisatorin Gaby Slotta vorab erfreut mitteilte.

Mäßige Thermik hin oder her: Das Camp blieb im Gegensatz zum Freiluftkino bisher von Wetter-Unbill verschont. Schneider erinnert sich: „Da war eine Gewitterzelle an uns vorbeigezogen, das war ganz knapp.“ Dass man den Kinoabend im Sommer dennoch erfolgreich managen konnte, eine Großleinwand kurzentschlossen in den Hangar verfrachtete, führt der Marketingmann auf eine handliche Devise zurück: „Segelflieger sind immer erfinderisch.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Im Sommercamp der Segelflieger