Kreis Mettmann: Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft

Kreis Mettmann: Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft

Die meisten Unternehmen im Kreis blicken positiv auf das neue Jahr. Das zeigt eine Konjunkturumfrage der IHK auf.

"Rund 28 Prozent der Unternehmen in der Region gehen mit positiven Erwartungen in das Jahr 2018", sagt Marcus Stimler, IHK-Referent für Handel, Dienstleistungen, Regionalwirtschaft und Verkehr in der Zweigstelle Velbert und Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Niederberg. Dabei bezieht er sich auf eine Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf aus Oktober, bei der knapp 200 Unternehmen ihre Prognosen zurückgemeldet hatten. "Rund 62 Prozent gehen von gleichbleibenden wirtschaftlichen Entwicklungen aus und nur etwas mehr als zehn Prozent erwarten einen negativen Trend für ihr Unternehmen."

Ein "Ausreißer" ist der Großhandel: In dieser Branche gehen 40 Prozent der Betriebe von einer positiven Entwicklung aus, während in den Sparten Industrie, Bau, Einzelhandel und Dienstleistung zwischen 55 und 78 Prozent der Unternehmer von einer gleichbleibenden wirtschaftlichen Lage ausgehen. "Für Skepsis bei den Unternehmen sorgt zum einen die fehlende politische Planungssicherheit mit der Frage nach der Führungskoalition in Berlin und der zunehmende Fachkräftemangel." Hier sei ein Rezept der Firmen, sich ihren Fachkräftenachwuchs durch verstärkte Ausbildung selbst heranzuziehen.

Beobachtet werden durch die IHK auch mögliche Diesel-Fahrverbote. Hier gelte es, sich unter anderem für Ausnahmeregelungen einzusetzen. Spediteure sehen dieses Thema noch aus der beobachtenden Position. "Diesel ist für uns zurzeit nicht kalkulierbar, weder in den Kosten noch in sonstigen wirtschaftlichen Folgen", sagt beispielsweise Sandra Jachmann, Geschäftsführerin der gleichnamigen Spedition in Mettmann und von Werralog in Barchfeld. Dennoch blickt sie positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung. Anhaltend hohe Produktion bedeute auch Transportbedarf, insofern rechne sie mit einem gleichbleibend gutem Trend. Kritischer aber sieht Jachmann den Fachkräftemangel. "Schon jetzt fehlen in der Branche jedes Jahr 30.000 Fahrer. Wir wirken dem zum einen als Ausbildungsbetrieb entgegen, zum anderen durch die Weiterqualifizierung von ausländischem Personal." Ohne diese Kräfte wäre der Speditionsalltag kaum noch zu bewältigen. Ausgebildet werden bei Jachmann Speditionskaufleute, Lagerlogistiker und Berufskraftfahrer. "Wir versuchen, uns als mittelständischer Familienbetrieb zu positionieren und so attraktiv für den Arbeitsmarkt zu sein."

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Mit dem Fachkräftemangel hat Dirk Wittmer, Geschäftsführer von Euronics Johann+Wittmer in Ratingen, weniger Probleme. "Wir haben Auszubildende und Personal neu eingestellt, um beispielsweise den Kleingerätebereich noch besser bedienen zu können", sagt er.

Die Gastronomie ist besonders abhängig von der Konjunktur. Wer aber nicht nur auf "Servieren am Tisch" setzt, dürfte auch in dieser Branche weiter gute Wachstumschancen haben. Catering sei immer stärker gefragt.

(RP)