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Fabry-Museum Hilden und Grundschulverbund pflegen Lernpartnerschaft

Bildungsprojekt in Hilden : Sie vermitteln Kindern Heimatgeschichte

Rotarier fördern schon im zweiten Jahr ein besonderes stadtgeschichtliches Projekt zwischen dem Fabry-Museum und dem Grundschulverbund Schulstraße. Im Fasslager der Kornbrennerei wurden jetzt Ergebnisse präsentiert.

Es hatte einen besonderen Grund, warum sich die Club-Mitglieder des Rotary Clubs Hilden-Haan zu ihrem regelmäßigen Treffen diesmal im Fasslager der alten Kornbrennerei im Wilhelm-Fabry-Museum trafen. Weil die gemeinnützige Stiftung des Clubs die Bildungspartnerschaft zwischen dem Grundschulverbund (GSV) Schulstraße und dem Wilhelm-Fabry-Museum bereits im zweiten Jahr das von Thomas Bernhardt geleitete stadtgeschichtliche Projekt für GSV-Viertklässler fördert, stellten Bernhardt und Sandra Abend, Leiterin des Wilhelm-Fabry-Musueums, das Projekt einem interessierten Rotary-Publikum vor. „Wir haben das zweijährige Schulprojekt mit insgesamt 5000 Euro gefördert“, sagt Präsidentin Sara Willwerth, deren Rotarier sich für zahlreiche pädagogische Initiativen finanziell stark machen.

Bei dem Projekt verfolgt Thomas Bernhardt, Grafiker und seit Gründung der Düsseldorfer Geschichtswerkstatt 1987 eine Art „Historiker von unten“, ein Konzept der geschichtlichen Wahrnehmung und Erforschung des unmittelbaren Lebensumfelds. „Ich sehe gerade in der Zusammenarbeit von Schule und städtischer Kultureinrichtung ein hervorragendes Vehikel, mit den Kindern so eine Art Heimatkunde zu erstellen“, sagt Bernhardt, der mit der Wilhelm-Busch-Schule und dem Stadtarchiv bereits ein vergleichbares Projekt realisiert hatte.

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Vielfach ist es der direkte Vergleich von Ansichten alter Fotos, etwa vom Itterlauf als wasserkräftige Energiequelle, der Mittelstraße mit dem Alten Rathaus, in der noch Handkarren verkehrten, mit den heutigen Gegebenheiten, die das Intersse der Kinder wecken. Hinzu kommt der Hinweis auf die

Stolpersteine vor den Häusern von durch die Nazis zwangsenteigneten und vielfach ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Neben dem veränderten Stadtbild schlägt Bernhardt auch immer wieder den Bogen zur industriellen Entwicklung der Stadt, angefangen beim Denkmal für Carl Hasbach, dem letzten Heimweber in Hilden, bis hin zum Unternehmen von Paul Spindler, der, wie ein aufmerksamer Rotarier anmerkte, auch der Gründer des Rotary Clubs in Hilden war.

Die industrielle Entwicklung Hildens bekam einen enormen Schub durch den Anschluss an das Eisenbahn-Netz am 10. November 1874, denn Unternehmen konnten nun sowohl benötigte Rohstoffe problemloser herbeischaffen, als auch ihre hergestellten Produkte einfacher an Abnehmer liefern. Die elektrifizierte Straßenbahn, die von Düsseldorf kam und sich dann „An der Gabelung“ in zwei Richtungen teilte, sorgte dafür, dass sich die Mobilität der Menschen erhöhte und die benötigten Arbeitskräfte Hilden besser erreichen konnten.

Jeweils eine Schulstunde in der Woche zogen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4a, b und c des Grundschulverbundes  mit Thomas Bernhardt auf historische Erkundungstour durch Hilden. „Der Lerneffekt ist bemerkenswert, nicht zuletzt wegen dieser sehr nachhaltigen Art des Lernens“, erklärt Renate Coenen, GSV-Leiterin. „Die Kinder waren nicht nur mit großen Interesse dabei, bemerkenswert war auch der Wissensstand, den einzelne beispielsweise zu Exponaten in der „Wunderkammer“ aufwiesen“, ergänzt Sandra Abend. Als Anerkennung für die engagierte Mitarbeit erhalten alle Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat, das sie als Hilden-Experten/Hilden-Expertin ausweist.