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Hilden: Evangelisches Schulzentrum ist im Umbruch

Hilden : Evangelisches Schulzentrum ist im Umbruch

Es geht um die Zukunft der Wilhelmine-Fliedner-Realschule, die durch die Sekundarschule unter Druck gerät.

Die Einführung der Sekundarschule wirbelt die Schullandschaft durcheinander – auch in Hilden. "Wir denken über die Zukunft der Wilhelmine-Fliedner-Realschule nach", bestätigen Schulleiter Guedo Wandrey und sein Kollege Udo Kotthaus vom benachbarten Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Was sich ändern soll, sei noch offen. Fest steht bislang nur: Im November/Dezember wolle die Landeskirche als Schulträger eine Entscheidung treffen. Das Evangelische Schulzentrum Hilden habe darauf keinen Einfluss, sondern könne nur beraten.

Die neue Sekundarschule sei für Lehrer viel attraktiver als die Realschule, erläutert Kotthaus den Hintergrund: "Sie werden dort besser eingestuft, besser bezahlt und haben kleinere Klassen mit maximal 25 Schülern." Deshalb fürchtet Wandrey um die Lehrerversorgung seiner evangelischen Realschule: "Für das nächste Schuljahr 2013/14 kann ich noch Klassen mit maximal 25 Schülern wie an der Sekundarschule einrichten. An der Realschule sind bis zu 35 Schüler pro Klasse aber zulässig. So kleine Klassen kann ich auf Dauer nicht durchhalten." Bislang sei kein Unterricht an der Fliedner-Realschule ausgefallen. Beide Schulleiter hatten die Einrichtung einer städtischen Sekundarschule am Holterhöfchen ausdrücklich unterstützt.

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Anders als die staatlichen Schulen verzeichne das Evangelische Schulzentrum Hilden an der Gerresheimer Straße viele Anfragen von auswärtigen Schülern, sagte Kotthaus: "Beide Schule zusammen hatten für das kommende Schuljahr 280 Anmeldungen. Wir konnten aber nur 220 Schüler aufnehmen und mussten 60 abweisen. Das macht uns unabhängig angesichts sinkender Schülerzahlen."

Auch am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium stehen möglicherweise Veränderungen an. Immer mehr Eltern wollen eine Ganztagsschule. "Deshalb haben wir schon vor einigen Jahren den offenen Ganztag eingeführt", erläutert Kotthaus. Seit eineinhalb Jahren beschäftige sich ein Arbeitskreis aus Lehrern, Eltern und Schülern mit dem Thema. "Wir wollen uns schlaumachen, was Ganztag bedeuten würde", erläutert Kotthaus: "Wir brauchen ein vernünftiges Konzept. Wir sind der Meinung, darüber ist bei vielen Ganztagsschulen nicht nachgedacht worden." "Wir sind für alles offen", erklären Kotthaus und Wandrey. Der Träger des Evangelischen Schulzentrums, die Rheinische Landeskirche, hält sich bedeckt. Alle Dienste und Einrichtungen, auch die zehn Schulen und drei Internate, stünden "im Rahmen einer Aufgabenkritik" auf dem Prüfstand, sagte Sprecher Jens Peter Iven. Die Kirchenleitung werde den Gremien in dieser Woche Vorschläge unterbreiten. Die Landessynode als oberstes Leitungsorgan werde im Januar 2014 beschließen.

(RP)