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Hilden: Erziehung zur Selbständigkeit

Hilden : Erziehung zur Selbständigkeit

Die FDP hatte im Schulausschuss um Handlungsempfehlungen zur Schulwegsicherheit gebeten. In loser Folge nimmt die RP jetzt mit den Schulbezirks-Beamten mögliche Gefahren auf dem Weg zur Grundschule unter die Lupe.

Für rund 400 Hildener Kinder beginnt in der zweiten Septemberwoche der Spaß des Lebens. Ernst wird es allerdings, wenn es um die Unfallbilanz geht: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 1693 Verkehrsunfälle in der Itterstadt — das waren 226 oder 15,4 Prozent mehr als im Vorjahr. "Als Durchfahrtsstadt mit zahlreichen Autobahnanbindungen ist die Gefahr, in Hilden in einen Unfall verwickelt zu werden, größer als in den anderen Städten des Kreises", hieß es dazu im Verkehrskommissariat.

Zwar sei die Zahl der Unfälle, an denen Kinder aktiv beteiligt waren, leicht zurückgegangen, doch war sie der FDP Anlass genug, einen Antrag zur Sicherheit der Schüler auf den Schulwegen zu stellen — eine Frage, die die Verwaltung an die Schulkonferenzen weitergab. In der jüngsten Fachausschuss-Sitzung vor den Ferien wurden die bisherigen Stellungnahmen präsentiert.

Einig sind sich die Beteiligten darin, dass die Schulwegsicherung eine Gemeinschaftsaufgabe ist. "Eltern, Schule, Straßenverkehrsbehörde und Polizei müssen durch Verkehrserziehung der Kinder, straßenbauliche Maßnahmen und Verkehrsüberwachung einen Beitrag zum sicheren Schulweg leisten", erklärt Bürgermeister Horst Thiele. Das bedeute für Hilden nicht nur "Tempo 30" vor allen Grundschulen. Eltern-Infoabende, der "Walking Bus", die Begehung des Schulbezirkes mit dem Bezirksbeamten der Polizei, Einsatz von Schulweghelfern und Erstellung von Schulwegplänen, die Fahrradprüfung in der vierten Klasse sowie die "Busschule" vor allem für jene Kids, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, gehören zu den bereits erfolgreich ein- und umgesetzten Maßnahmen für sichere Wege.

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Gerade erst hat Thomas Decken, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizei Mettmann, die begehrten "Mobi-Pässe" an 320 Kindergartenkinder im Kreis ausgehändigt — die erste Stufe eines gemeinsamen Programms von Polizei und dem Bewegungsprojekt "Lot jonn" für versierte junge Verkehrsteilnehmer. Denn "überbehütete Kinder, die mit dem Wagen vor die Schultür gefahren werden, lernen nichts", weiß Bernd Hildebrand, Leiter der Unfallprävention. Das kann Klaus Mianecki nur bestätigen: "Unverantwortlich" findet es der Hildener Bezirksbeamte, dass Schüler von "Taxi Mama" direkt vor der Schule herausgelassen werden und somit die Sicherheit anderer Kinder gefährden. "Dass manche Grundschüler heute so unselbständig sind, ist eher das Problem der Eltern, die ihre Kinder nicht loslassen", sagt Mianecki. Hänseleien der Mitschüler seien so programmiert.

Nächste Folge Bezirk der Astrid-Lindgren- und Wilhelm-Busch-Schule.

(RP)