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Hilden: Erster Einsatz wegen Ebola-Verdachts

Hilden : Erster Einsatz wegen Ebola-Verdachts

Feuerwehr und Rettungsdienst wurden gestern alarmiert. Mann war mit Grippesymptomen aus Südwestafrika zurück.

Es war kurz nach 10 Uhr gestern Morgen, als zwei Rettungsassistenten der Feuerwehr Erkrath in Windeseile ihre Schutzanzüge anlegten - Anzüge, die sie vor einer Ebola-Infektion bewahren sollen. Der Grund war ein Einsatz an der Waldstraße in Erkrath. "Es besteht der Verdacht auf eine Ebola-Infektion", hieß es. Der kreisweite Einsatzplan für den Notfall trat in Aktion. Der Patient hatte sich mit Fieber und grippeähnlichen Symptomen gemeldet. Darüber hinaus hatte er sich bis Mitte des vergangenen Monats in Südwestafrika aufgehalten. Das Virus grassiert in Westafrika. Punkte, die das Personal der Kreisleitstelle sofort aufhorchen ließen.

Zu allererst kam die Feuerwehr Erkrath zum Einsatz mit einem mit zwei Mann besetzten Rettungswagen. "Unser Ziel ist es, im Ernstfall so wenig Menschen wie möglich der Kontamination auszusetzen", erklärte der Dienststellenleiter der Feuerwehr Erkrath, Guido Vogt.

Schon die ersten Untersuchungen vor Ort und das Gespräch mit dem Patienten wiesen aber darauf hin, dass es sich nicht um eine Ebola-Infektion handeln kann, sagt Vogt. Die Sanitäter informierten den Leitenden Notarzt des Kreises per Standleitung über ihren Eindruck. Darauf entschloss er sich, selbst den Patienten zu begutachten. Im begründeten Ernstfall agiert der Leitende Notarzt als überörtliche Instanz aus der Entfernung, während ein Notarzt an die Front und den Erkrankten versorgen muss. Gestern Mittag nun ließ die Mitteilung des Leitenden Notarztes, er schließe anhand der Anamnese eine hochinfektiöse Erkrankung definitiv aus, aufatmen. Dennoch wurde der Mann ins Krankenhaus transportiert, und zwar in die tropenmedizinische Abteilung der Uniklinik Düsseldorf - allerdings unter gelockerten Schutzmaßnahmen. In der Klinik wird man weiter nach den Ursachen seiner Erkrankung forschen. Für Rettungswagen und Feuerwehr war der Einsatz um 11.45 Uhr beendet. Laut Vogt hatte der kreisweite Einsatzplan sich bestens bewährt.

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Für den Feuerwehrchef und seine Truppe war der Einsatz gestern nicht der erste dieser Art. "Wir werden immer wieder zu solchen Einsätzen gerufen, manchmal beispielsweise auch wegen einer Hepatitis-Infektion." Dennoch waren alle Beteiligten gestern erleichtert, als die Entwarnung kam. "Ein begründeter Verdacht auf Ebola besteht, wenn jemand Fieber, Durchfall und Muskelschmerzen hat, 21 Tage vor Ausbruch der Symptome in Westafrika war und dann auch noch Kontakt zu Ebola-Kranken gehabt hat", sagt Andreas Brauksiepe, stellvertretender ärztlicher Direktor im Evangelischen Krankenhauses in Mettmann. Verdachtsfälle werden in den Krankenhäusern im Kreis Mettmann gar nicht erst aufgenommen. Es gibt nur acht Behandlungszentren in Deutschland, davon das nächste ist die Uni-Klinik in Düsseldorf. Allerdings herrscht beim Krankenhauspersonal vor Ort erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht bei bestimmten Vorzeichen. Auch die entsprechende Schutzkleidung sei überall vorhanden.

Nach momentanem Kenntnisstand überträgt sich Ebola nicht durch eine Tröpfcheninfektion "Also auch nicht, wenn man sich mit einem Ebola-Patienten unterhält", sagt Brauksiepe. Und auch nicht durch die Klima-Anlage eines Flugzeuges. Ebola übertrage sich allein durch Schweiß, Sperma, Erbrochenes, Urin und Blut.

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(RP)