Hilden: Erste Demenz-WG startet

Hilden: Erste Demenz-WG startet

Kommende Woche beziehen die ersten Mieter die Wohngemeinschaft für Demenzkranke des Diakonischen Werks Hilden. "Frieda" heißt die WG – nach der Friedenskirche nebenan. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Hilden.

Kommende Woche beziehen die ersten Mieter die Wohngemeinschaft für Demenzkranke des Diakonischen Werks Hilden. "Frieda" heißt die WG — nach der Friedenskirche nebenan. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Hilden.

Gäste beim Eröffnungsempfang der Demenz-WG Frieda im Gemeinschaftsraum. Die Inneneinrichtung soll zugleich das Leben wie zu Hause ermöglichen und die nötige Funktionalität einer Demenz-Einrichtung berücksichtigen. Foto: Olaf Staschik

Die Hausnummer 16 hängt noch nicht, der Weg zur Eingangstür ist uneben, aus der oberen Etage ist Hämmern zu hören. Drumherum ist eben noch nicht alles fertig am Neubau Schumannstraße 16. Drinnen im Erdgeschoss sieht es aber schon aus wie in einer richtigen Wohnung oder: wie ein Zuhause. So würde es Pfarrerin Sonja Schüller nennen, die Vorsitzende des Diakonischen Werks Hilden, Initiator und jetzt Vermieter der Wohnung. Für die künftigen demenzkranken Bewohner ist das Gefühl, zu Hause zu sein, besonders wichtig, wie Gabriele Winter von der Diakonie Rheinland Westfalen Lippe betont: "Menschen, die sich im Meer der Verlorengegangenheit fühlen, brauchen ein Zuhause."

Cremefarbene Wände, Vorhänge in sanften Farben, Sofas und Sessel in Hellgrün, geblümte Kissen, ein Klavier, ein großer runder Esstisch und eine Küchenzeile: der Gemeinschaftsraum. Ein Wintergarten schließt sich an, der in den kleinen Garten führt: Rasen, Blumen- und Kräuterbeete. Außerdem gehören zu der 400 Quadratmeter großen Wohnung zehn Einzelzimmer zwischen 19 und 25 Quadratmeter, mit Waschbecken oder Duschbad. Dort ziehen ab Ende kommender Woche die Mieter ein, zunächst fünf an Demenz erkrankte Menschen, die an der Schumannstraße die erste Demenz-WG Hildens gründen.

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Anders als in einem Heim entscheiden die Mieter bzw. ihre Bevollmächtigten selbst: Wer unterstützt die Bewohner im Alltag, wer leistet Pflege und Demenz-Betreuung? "Das ist kein Heim!", betont Karla Geyr, Altenhilfe-Koordinatorin der Diakonie in Hilden. "Das ist wirklich zu Hause leben." Jeder Mieter kann seinen eigenen Pflegedienst mitbringen. Die Ersten haben sich für die Dienstleistungen der Diakonie entschieden. Ab 1. September wechseln sich drei Männer und vier Frauen bei der 24-Stunden-Betreuung ab, so dass immer mindestens ein Betreuer da ist.

Auch Fragen des Alltags werden gemeinsam entschieden. Dabei geht es etwa um Speisepläne. "Ein Angehöriger sagte: 'Am liebsten hätten wir jeden Tag Reibekuchen'", erzählt Geyr. Die Entscheidungsprozesse moderiert Alt-Bürgermeister Günter Scheib als "Frieda-Koordinator".

(RP/ac)
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