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Gruiten: Erdkröten starten jetzt ihre Wanderung zu Laichgewässern

Gruiten : Erdkröten starten jetzt ihre Wanderung zu Laichgewässern

Naturschützer stellten in Gruiten Zäune auf, die die Amphibien davor schützen, überfahren zu werden.

Sie haben einen hellen Bauch, warzige braune Haut und die größeren Weibchen werden bis zu zehn Zentimeter groß: Erdkröten. Wenn es jetzt wärmer wird, machen sich wieder tausende Kröten auf die Reise zu ihrem Geburtsteich, um dort abzulaichen. Damit möglichst viele Amphibien ihren Teich erreichen, hat die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt am Samstag am Weg zum Reiterhof Hermgesberg in Gruiten rund 200 Meter Zaun aus einem Kunststoffgewebe aufgestellt.

"Vor etwa 20 Jahren habe ich einmal ein wahres Massaker auf der Straße erlebt", erinnerte sich Beate Wolfermann mit Grausen an den Blick auf die vielen durch Autoreifen verletzten Kröten. So kam die Idee zu der Aktion. Der Krötenzaun ist etwa 200 Meter lang und besteht aus einem grünen Gittergeflecht. Er wird an der Straße in die Erde eingegraben und dahinter befinden sich ebenfalls in der Erde eingegrabene Eimer. In diese mit Moos und einem Stock gefüllten Eimer purzeln dann die Kröten: "In dem Moos können sich die Tiere verstecken und der Stock dient als Leiter für kleine Mäuse, die aus Versehen im Eimer gelandet sind", erklärt die 68-jährige Tierschützerin. Auch Molche oder Feuersalamander verirren sich hin und wieder in die Eimer.

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Von März bis Ostern wandern die wechselwarmen Tiere. Sie nehmen die Temperatur der Umgebung an und werden erst bei milden Plusgraden aktiv. Bei idealen Bedingungen von sieben Grad und Nieselregen sind besonders viele unterwegs: "Wir entleeren die Kröteneimer bei Wanderwetter jeden Abend. Da kann es auch schon mal sein, dass in einem Behälter 50 Kröten drin sind."

Bis zu drei Kilometer legt eine Kröte bei ihrer Wanderung zurück. Auf dem Weg treffen sich das kleinere Männchen und das größere Weibchen. Das Männchen klammert sich auf dem Rücken des Weibchens fest. Gemeinsam gehen die Kröten dann zum Teich und das Männchen besamt die schon vorhandenen Eier des Weibchens: "Es bilden sich Laichschnüre, die wie Perlenketten aussehen und in denen die Eier sitzen. Nach ein paar Tagen hüpfen die Kröten zurück und es ist für Nachwuchs gesorgt", beschreibt Wolfermann.

Die Grundschüler, die zusammen mit ihren Vätern beim Bau des Zauns mitmachen, interessieren sich sehr für die Tiere: "Die sind immer sehr motiviert und helfen gerne. Besonders begeistert sind sie immer, wenn wir die Eimer entleeren und die Kröten zum Teich bringen", erzählt Wolfermann. Die beiden Helfer Lucy (10) und Hannah (9) haben in der Schule von der Aktion gehört: "Ich habe einen Zettel in der Schule bekommen und habe Hannah sofort gefragt, ob sie mitmacht", so Lucy. Hannah ergänzt: "Wir möchten der Natur helfen und ich finde es toll, dass wir hier buddeln dürfen. Zuhause im Garten darf man ja nicht graben."

(eku)