Hilden: Eltern wählen, Schüler wandern

Hilden : Eltern wählen, Schüler wandern

403 i-Dötzchen wurden für das Schuljahr 2010/2011 angemeldet. Während die Wiederhold-Schule mit zwölf Kindern noch um ihre Eingangsklasse bangen muss, platzt die Hüls-Schule mit 93 Erstklässlern aus allen Nähten.

Seit gestern stehen die Zahlen fest: 403 Elternpaare haben ihre Kinder an einer der zehn Hildener Grundschule für das kommende Schuljahr 2010/2011 angemeldet. Der demografische Wandel ist offensichtlich – im August diesen Jahres wurden noch 448 i-Dötzchen in Hilden eingeschult. Freilich: 24 Nachzügler, die offenbar die Frist versäumt haben, muss Noosha Aubel noch anschreiben. "Das ist leider immer so", seufzt die Schulamtsleiterin.

Hoffnung auf mögliche zusätzliche Schüler dürfen sich also noch jene Schulleiter machen, für die es nach der aktuellen Erhebung derzeit problematisch aussieht: Mit bislang je 18 Anmeldungen haben der Kalstert-Standort Walder Straße und die Adolf-Reichwein-Schule gerade mal das Minimum einer Schuleingangsklasse erreicht. Und die 33 Schüler im Kalstert sind derzeit für zwei Klassen zu wenig und für eine zu viel. Besonders düster sieht es für die Walter-Wiederhold-Schule aus: Gerade mal zwölf Elternpaare haben bislang ihre Kinder für das kommenden Schuljahr angemeldet.

Für Schulleiter Dirk Boß nach außen hin kein Grund zur Beunruhigung: Er sei "guter Dinge", dass die einzügige Schule im Hildener Westen auch 2010 eine Eingangsklasse haben wird. "Letztes Jahr hatten wir um diese Zeit auch erst zwölf Anmeldungen. Tatsächlich konnten wir in diesem Sommer mit 24 i-Dötzchen starten." In den 30 Jahren, die er nun schon Schulleiter sei, habe es anfangs immer Probleme mit der Resonanz gegeben. "Die Kinder dröppeln schon noch ein", gibt sich Boß betont zuversichtlich.

Und wenn nicht? "Wenn keine 18 Kinder zusammenkommen, kann es keine Eingangsklasse geben", stellt Aubel klar. Was bedeuten würde, dass die Wiederhold-Schule sukzessive auslaufen müsste – zumal im Industriegebiet immer weniger Kinder leben und die fünf integrativen Plätze im Rotationssystem nicht nur an der Düsseldorfer Straße, sondern auch am Elbsee und der Schulstraße angeboten werden. Hier wäre auch die nächste wohnortnahe Schule für die Kinder aus dem Westen – also definitiv nicht mehr fußläufig. Doch das scheint die Eltern ein gutes Jahr nach dem Fall der Schulbezirksgrenzen nicht mehr zu schrecken: Bemerkenswerte 89 Kinder wurden für das kommende Schuljahr nicht an der wohnortnächsten, sondern an einer sogenannten Wunschschule angemeldet.

Davon profitierte mit 36 "Externen" vor allem die Wilhelm-Hüls-Schule, deren drei Züge mit den derzeit 93 Kindern maximal ausgelastet wären. Reichlich Gesprächsbedarf also für die in der kommenden Woche anberaumte Schulleiter-Konferenz. Eine weitere Bewegung könnte auch noch durch die sogenannten "Kann-Kinder" entstehen. 36 Elternpaare stellten für ihre im August nächsten Jahres noch nicht sechsjährigen Kinder einen Antrag auf vorzeitige Einschulung. "Erfahrungsgemäß werden das dann aber nicht so viele, weil einige Kinder bei der noch folgenden Schuleingangsuntersuchung und dem Schnupperunterricht doch nicht die nötige Schulreife aufweisen", weiß Aubel. Sie appelliert denn auch an ehrgeizige Eltern, den Rat der Fachleute zu beherzigen. "Denn wer schon überfordert ins erste Schuljahr startet, für den wird die Schule künftig eher negativ besetzt sein."

(RP)