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Eltern beerdigen in Hilden Sternenkinder

Trauerfeld in Hilden : Eltern beerdigen Sternenkinder

Sie nehmen am Mittwoch Abschied auf dem Südfriedhof. „Da im Frühjahr die gemeinsame Beisetzung nicht stattfinden konnte, legen wir in dieser Woche 144 Sternenkinder in einem extra dafür angelegten Garten zur Ruhe“, erklärt Pfarrerin Nicole Hagemann.

Kinder unter 500 Gramm, die vor oder unter der Geburt gestorben sind, können seit zwei Jahren in Hilden würdig bestattet werden. Auf Initiative der katholischen und der evangelischen Gemeinde sowie des Bestattungshauses Kreuer hatte die Stadt auf dem Südfriedhof ein „Sternenkinderfeld“ hergerichtet.

Am Mittwoch, 7. Oktober, um 14 Uhr werden dort zum vierten Mal Sternenkinder innerhalb eines ökumenischen Gottesdienstes beerdigt. „Eltern und Angehörige können an der Beisetzung von still geborenen oder im Mutterleib verstorbenen Kindern teilnehmen“, erklärt die evangelische Pfarrerin Nicole Hagemann.

Die erste ökumenische Bestattung hat am 12. September 2018 auf dem Südfriedhof stattgefunden. Dazu wurde auf dem Hildener Südfriedhof an der Ohligser Straße eine eigene sternförmige Grabstätte eingerichtet. Um den Stern herum werden die Kinder unter Blumen beigesetzt. Die katholische und die evangelische Kirchengemeinde Hilden haben sich ebenso wie Anne-Katrin Hoppe vom Bestattungshaus Kreuer und Mitarbeiter des St.-Josefs-Krankenhauses in Hilden an diesem Sternengarten beteiligt, berichtet die Hildener Pfarrerin weiter.

Eigentlich hätten bereits Ende April Sternenkinder beerdigt werden sollen – doch die Corona-Krise verhinderte diesen Termin. „Da im Frühjahr die gemeinsame Beisetzung nicht stattfinden konnte, legen wir in dieser Woche 144 Sternenkinder in einem extra dafür angelegten Garten zur Ruhe. Hier haben die Eltern einen Ort, an dem sie sich von ihrem Kind verabschieden können und zu dem sie zum Trauern zurückkehren können“, erklärt Nicole Hagemann. Eltern werde die Wahl gelassen, ob sie ihr Kind individuell in einer kleinen Trauerfeier zeitnah oder gemeinsam mit anderen Kindern bestatten lassen wollen.

Der alte, ausgediente Altar der Reformationskirche wurde für das Sternenkinderfeld zerlegt. Steinmetz-Meister Hartmut Hegener hat den massiven Block aus vulkanischem Gestein von rund drei Tonnen aufgesägt und daraus zwei etwa 1,60 Meter hohe Obelisken sowie 24 Grabplatten gestaltet. Die Obelisken stehen am Eingang. „Ihre Oberfläche bleibt rau und unfertig“, erläutert der Steinbildhauer: „Das verweist auf die dort bestatteten Kinder, die auch noch unfertig gestorben sind.“

(tobi)