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Elektro-Museum braucht neue Bleibe

Hilden : Elektro-Museum braucht neue Bleibe

Günter Rateike hat über 40 Jahre gesammelt. Jetzt braucht er für seine rund 1000 Exponate bis April neue Räume.

Alles was mit Strom funktioniert, elektrisiert Günter Rateike. 1962 machte er seinen Meister, ein Jahr später eröffnete er in Hilden seinen eigenen Betrieb und beschäftigte in besten Zeiten bis zu 13 Mitarbeiter. Rateike hat ein Faible für elektrische Geräte. Auch wenn sie ausgedient haben: einfach wegwerfen, kam für ihn nicht in Frage. Selbst Defektes hat er liebevoll repariert – „aber nur mit Originalteilen“.

So wuchs und wuchs seine private Elektro-Sammlung. Als es in der Wohnung zu eng wurde, machte er die alte Werkstatt seiner Firma zu einem Museum. Als auch die zu klein geworden war, stellte ihm sein Freund, der Unternehmer Georg Rodehüser, vor zehn Jahren eine ganze Etage in seiner Firma am Mühlenbachweg zur Verfügung.

 Tefifon von 1958
Tefifon von 1958 Foto: RP/Christoph Schmidt

Doch jetzt soll der Betrieb wachsen – und Günter Rateike muss mit seinem privaten Elektro-Museum ausziehen – „bis April“. Doch wohin mit den rund 1000 Exponaten? Das ist ein echtes Problem. „Die Stadt Hilden hat schon abgewinkt“, erzählt der 82-jährige Sammler. Und die Stadtwerke Hilden auch. Auch das Fabry-Museum musste aus Platzmangel passen. Günter Rateike würde seine Sammlung verschenken: „Aber ich möchte, dass sie zusammen und komplett bleibt.“

 Osram-Reklame
Osram-Reklame Foto: RP/Christoph Schmidt
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Fast zu jedem Exponat kann er etwas erzählten. Etwa über den merkwürdigen Stab an der Wand: „Das ist der Original-Kllngelgong des ehemaligen Alhambra-Kinos in Hilden. Und er funktioniert immer noch.“ Genau so wie das „Tefifon“ von 1958: Tonband und Schallplatten-Spieler in einem. „Die Bänder haben Rillen, die abgetastet werden. Sie können vier Stunden am Stück laufen“ erklärt der Sammler.

 Kopiergeräte der Firma Heinrich 1932
Kopiergeräte der Firma Heinrich 1932 Foto: RP/Christoph Schmidt
 Werbe-Plakat Ergo Lampe mit mythologischer Anspielung: Prometheus bringt den Menschen das Licht (Feuer).
Werbe-Plakat Ergo Lampe mit mythologischer Anspielung: Prometheus bringt den Menschen das Licht (Feuer). Foto: RP/Christoph Schmidt

Haben sie gewusst, dass Mercedes nicht nur Automobile, sondern auch mal elektrische Schreibmaschinen hergestellt hat? Das Exemplar in Rateikes Sammlung stammt aus dem Jahr 1939. Der große schwarze Kasten der Firma Heinrich sieht aus wie eine Zeitmaschine, ist aber eine Kopiergerät aus dem Jahr 1932 – und funktioniert immer noch.

 Deutsches Telefon M 100 ca 1922
Deutsches Telefon M 100 ca 1922 Foto: RP/Christoph Schmidt

Ein Staubsauger mit Mixeraufsatz, ein englischer Teekocher, der eher wie eine Tischuhr aussieht, ein vornehmer Zigaretten-Anzünder, der von Rosenthal für feine Leute produziert wurde:Im privaten Elektro-Museum von Günter Rateike gibt es viel zu entdecken und zu bestaunen.

 Mercedes Electra von 1939
Mercedes Electra von 1939 Foto: Christoph Schmidt

Deshalb wäre mehr als schade, wenn seine Schätze auf Dauer in Umzugskartons verschwinden .würden. „Eine Fläche zwischen 80 und 100 Quadratmeter als Ausstellungsfläche wäre optimal“, sagt der Sammler. Viel zahlen kann er nicht. Und ein Lager wäre auch nicht schlecht.

Vielleicht gibt es ja jemanden in Hilden, der helfen kann. Günter Rateike ist unter Telefon 02103 334400 zu erreichen. Oder donnerstags von 14 bis 17 Uhr in seinem Museum bei der Firma Rodehüser am Mühlenbachweg 11 – zumindest noch bis April.Der Eintritt ist frei. Führungen sind auch nach Absprache zu anderen Zeiten möglich.