Hilden: Eisblockwette wirbt fürs Energiesparen

Hilden : Eisblockwette wirbt fürs Energiesparen

Aktion von Stadt, Kreis und Stadtwerken läuft ab Mittwoch auf dem alten Markt: Teilnehmer gewinnen attraktive Preise.

In privaten Haushalten wird inzwischen mehr Energie verbraucht als in der Industrie. Der größte Verbrauchsposten ist die Heizung. Sparen lohnt sich: für die Verbraucher und die Umwelt. Was eine gute Wärmedämmung dabei ausmacht, können die Hildener ab 8. Mai (11 Uhr) auf dem alten Markt mit eigenen Augen sehen. Bürgermeister Horst Thiele, Kreisumweltdezernent Nils Hanheide und Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider eröffnen eine "Eisblockwette". Zwei tonnenschwere Eisblöcke von jeweils einem Kubikmeter werden 17 Tage in zwei Häusern verschlossen. Ein Haus entspricht einem nahezu ungedämmten Altbau, das andere einem optimal wärmegedämmten Passivhaus. Wie viel Liter des Eises sind nach 17 Tagen noch in dem gut gedämmten Haus? Wer die Frage richtig beantwortet, kann attraktive Preise gewinnen. Das Schmelzwasser wird am 25. Mai um 11 Uhr abgelassen und das Ergebnis festgestellt. Außerdem gibt es am 8., 15. und 22. Mai Informationsveranstaltungen auf dem alten Markt.

"Mit der Aktion wollen wir die großen Potenziale von gut isolierender Wärmedämmung aufzeigen", erläutert Achim Hendrichs, Umweltbeauftragter der Stadt Hilden. "Dämmen ist Klimaschutz mit Gewinn", unterstreicht auch Peter Wobbe vom Umweltamt des Kreises. Der Kreis Mettmann und 14 weitere Kreise und Kommunen in NRW habe sich zu dem kommunalen Netzwerk "Altbauneu" zusammengeschlossen. Es gibt umfassende Hilfe bei der energetischen Sanierung von Gebäuden. Auch die Verbraucherzentrale NRW bietet eine individuelle Energieberatung mit Gebäudecheck vor Ort und Kostenschätzung schon für 60 Euro (Buchung unter 0180 1115999, Festnetz 3,9 Cent(Minute) an.

Mit gutem Beispiel geht der Bauverein Hilden voran. Vor vier Wochen zogen die Mieter (fünf Familien) in den Neubau An den Linden 13/15 ein. "Laut Kreditanstalt für Wiederaufbau ist das Haus das erste mehrgeschossige Wohnhaus in Hilden, das maximal 55 Prozent der Primärenergie eines heutigen Standardneubaus verbraucht", erläutert Lars Dedert, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Eine besonders gute Wärmedämmung kombiniert mit intelligenter Lüftung, Wärmepumpe, Photovoltaik sorgen für besonders niedrige Betriebskosten. Für den Bauverein, der 577 Wohnungen verwaltet, ist der energieeffiziente Neubau ein Modell für die Zukunft.

Was heute bereits alles möglich ist, will auch die Firma Evohaus beweisen. Sie plant für den neuen Reichshof an der Hochdahler-/Mühlenstraße ein "Energiegewinnquartier" mit 65 CO2-neutralen Eigentumswohnungen. "Die Energie, die vor Ort gebraucht wird, wird auch vor Ort erzeugt", erläuterte Geschäftsführer Heinz Hanen: "Mit unserem Zukunftsmodell können Gemeinden jetzt selbst signifikant, sofort und nachhaltig zum Klimaschutz beitragen." Mit Hilfe der Sonne erzeugt eine Photovoltaik-Anlage Strom. Überschüsse werden ins Netz eingespeist. Eine überdurchschnittliche Wärmedämmung, kombiniert mit einer speziellen Haustechnik wie etwa Energierückgewinnung, Wärmespeicherung und kontrollierter Wohnraumlüftung senke zusätzlich den Energiebedarf. Das von dem Karlsruher Unternehmen entwickelte Energiegewinnquartier reduziere nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern sei auch sozial. Denn durch die ausschließlich regenerative Energieversorgung werde die so genannte zweite Miete drastisch reduziert. Die niedrigen Nebenkosten kämen allen Bewohnern zugute und entlasteten besonders junge Familien.

(RP)