Haan: Einsatz für Europa wird besiegelt

Haan : Einsatz für Europa wird besiegelt

Die Stadt Haan und die Europa-Union Haan wollen eine Kooperationsvereinbarung abschließen. Vorsitzender Fritz Köhler kann damit für Veranstaltungen weiter auf die Unterstützung durch das Kulturamt bauen.

Zwischen der Stadt Haan und der Europa-Union Haan soll ein Kooperationsvertrag abgeschlossen werden. RP-Redakteur Ralf Geraedts sprach mit dem Vorsitzenden der Europa-Union, Fritz Köhler, über das Vertragswerk.

Was war Anlass für die Kooperationsvereinbarung?

Köhler Die Europa-Arbeit in Haan wird seit vielen Jahren vom "Dreigestirn" Volkshochschule, Kulturamt und Europa-Union geleistet. Mit der VHS ist schon 2009 eine Vereinbarung getroffen worden. Damals lagen Kulturamt und Europa-Unions-Vorsitz in meiner Hand. Jetzt ist schriftlich niedergelegt, dass die bisherigen drei Partner auch künftig zusammenarbeiten. Immerhin hat die Stadt wegen der vielfältigen Arbeit im Sinne des europäischen Gedanken erst den Titel "Gemeinde Europas" und später die Ehrenfahne des Europarates verliehen bekommen.

Die Schlagkraft soll also erhalten bleiben. Was bedeutet das konkret?

Köhler Bei den Rathausgesprächen etwa hat zum Beispiel die Europa-Union für Veranstaltungen geworben, die Stadt den Raum gestellt und die VHS für den Referenten gesorgt. Mit dem Vertrag ist jetzt geregelt, dass die Stadt keine Rechnung stellt, wenn die Veranstaltungsreihe fortgesetzt wird. Im Prinzip wird die seit Jahren erfolgreich bestehende Kooperation mit der Volkshochschule jetzt auch mit der Eurpa-Union besiegelt.

Bei der Beratung im Kulturausschuss wurden Sorgen laut, mit der Vereinbarung könnte etwas Unkalkulierbares entstehen?

Köhler Wir wollen nichts Neues erfinden, sondern Bewährtes fortsetzen. Das hat der Bürgermeister im Ausschuss auch erklärt. Nehmen wir das Weinfest. Es ist bisher nur von der Stadt veranstaltet. Nach Abschluss der Kooperationsvereinbarung würde die Europa-Union wegen des deutsch-französischen Charakters die Organisation des Weinfestes übernehmen. Wäre die Europa-Union auch Veranstalter, gäbe es hohe Versicherungsauflagen zu erfüllen, die wir als Verein nicht leisten könnten.

Und was ist mit dem Bürgerfest, das doch seit vielen Jahren immer ein EU-Mitgliedsland vorstellt?

Köhler Auch das Bürgerfest ist eine städtische Veranstaltung. Es entstand in der Zeit, als die Stadt ihre Zuschüsse an die Vereine stark kürzte. Mit dem Fest sollte den Vereinen eine Plattform geboten werden, sich vorzustellen, für ihre Arbeit zu werben und vielleicht durch den Verkauf von Speisen und Getränken Geld in die Kasse zu bekommen. Die Europa-Union hat stets einige Punkte zum Bühnenprogramm beigesteuert und aus Gründen der Abwechslung jeweils ein Land als Jahresthema ausgewählt. Ich denke mal, dass das Bürgerfest weiter von der Stadt veranstaltet wird.

Heißt das, es steht noch nicht fest?

Köhler Es hat noch keine Besprechung gegeben. Da das Bürgerfest aber als Großveranstaltung im "Hahnenschrei" aufgeführt ist, dürfen die Bürger wohl mit dem Fest am 6. Mai kalkulieren.

Auch Studien-, Kultur- und Begegnungsreisen sind in der Kooperationsvereinbarung aufgeführt.

Köhler In diesem Jahr haben wir eine Fahrt in die französische Partnerstadt Eu veranstaltet. Für 2012 planen wir eine Reise in die Goethestadt Bad Lauchstädt. Als Europa-Union nehmen wir damit in Sachen Städtepartnerschaften der Stadt nicht die Arbeit ab, aber wir unterstützen sie. Alle Maßnahmen werden zwischen den Partnern auch weiterhin abgesprochen, in dem Vertrag geht es nicht um Geld.

Mit den Festen oder den Studienfahrten sprechen Sie nicht unbedingt Nachwuchs an. Wie wollen sie junge Leute für Europa interessieren?

Köhler Leider gibt es vor Ort noch keine Gruppe der Jungen Europäischen Föderalisten. Aber Haan hat schon mehrere junge Erwachsene hervorgebracht, die in dieser Richtung an ihren Studienorten tätig sind. Da die Emil-Barth-Realschule und auch das Haaner Gymnasium Kontakte in europäische Nachbarländer pflegen, könnten auf diesem Wege junge Leute für Europa interessiert werden. Man muss sich ja auch vor eines Augen halten: Wir als Nachkriegskinder wissen, dass wir 66 Jahre Frieden und Freiheit letztlich Europa zu verdanken haben. Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aber ist das völlig normal. Ich denke, wenn die aktuelle Euro-Krise durchstanden wird, hat Europa gewonnen.

(RP/jul)