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Einige Hildener Kindergärten bekommen einen neuen Träger

Hilden : Kindergärten bekommen neuen Träger

Die evangelische Kirchengemeinde zieht sich aus der Trägerschaft ihrer Kindergärten zurück. In Zukunft soll der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann übernehmen, jedoch nur auf Verwaltungsebene. Inhaltlich soll sich nichts ändern.

Die drei evangelischen Kindergärten in Hilden sollen in Zukunft nicht mehr in Trägerschaft der Hildener Kirchengemeinde stehen. Wie Pfarrerin Nicole Hagemann erklärt, wird der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann ab 1. August 2020 diese Aufgabe übernehmen. In den drei Kitas an der Erlöserkirche, der Friedenskirche und am Kalstert (Sonnenschein) tummeln sich rund 250 Kinder. „Eltern und Kinder werden von dem Trägerwechsel nicht viel mitbekommen. Es werden keine Angebote zurückgefahren“, verspricht der stellvertretender Superintendet des Kirchenkreises und der für den Kita-Bereich zuständige Assessor, Pfarrer Jürgen Artmann. In einem Brief hatte sich Nicole Hagemann am Dienstag an die Eltern der drei Kindergärten gewandt. Darin berichtet sie über die bevorstehenden Veränderungen.

Den Verantwortlichen der Kirchengemeinde in Hilden ging es bei der Entscheidung vor allem darum, wieder mehr Zeit für die Menschen zu haben, erklärt Nicole Hagemann. „Wir sind betriebsfremd und mussten uns in die gesetzlichen Vorschriften mühsam einarbeiten“, sagt die Pfarrerin im Gespräch. Nun übernehmen Experten diese Aufgabe. Der Kirchenkreis hat für die neuen Aufgaben eine Doppelspitze geschaffen. Insgesamt bereiten fünf Kirchengemeinden den Schritt vor, die Trägerschaft an den Kirchenkreis zu übergeben. Die Verwaltung wird somit bei Experten gebündelt und damit sogar Geld gespart. „Und wir können uns auf den Kern unserer Arbeit konzentrieren und müssen uns nicht in Hygienevorschriften oder betriebswirtschaftliche Prozesse einarbeiten“, erklärt Nicole Hagemann.

In Zeiten von schwindenden Mitgliederzahlen und sinkenden Steuereinnahmen muss die Kirchengemeinde aber auch auf jeden Euro achten. Durch die neue Konstellation wird der Kirchenkreis in Zukunft Mieter der Kirchengemeinde und zahlt entsprechende Monatsabschläge. „Wir hoffen, dass wir am Ende besser als jetzt dastehen“, erklärt Nicole Hagemann. Die Mitarbeiter wechseln die Betriebszugehörigkeit, die Vertragsbedingungen blieben gleich, sagt der stellvertretender Superintendet des Kirchenkreises Jürgen Artmann. Der aktuelle Personalschlüssel soll beibehalten werden.

Damit die evangelische Kirchengemeinde inhaltlich aber weiterhin den Hut aufbehält, schließt sie mit dem Kirchenkreis einen Kooperationsvertrag. Darin wird festgelegt, wie in Zukunft Religionspädagogik, Kindergartengottesdienste und die Gemeindeeinbindung funktionieren. Nach drei Jahren sollen die Konditionen geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. „Wir sind weiterhin für die Kinder, für die Eltern und für die Mitarbeitenden da“, betont Nicole Hagemann.

Die Stadt Hilden ist über die Pläne bereits informiert. Im Zuge der Umstrukturierung in Haan (dort übernimmt die Graf-Recke-Stiftung die Trägerschaft zweier Kitas) war man ins Gespräch gekommen. Am Wochenende berät die Kreissynode über das Thema. Danach startet die konkrete Übergangsphase.

In den kommenden Wochen und Monaten bis zum 1. August 2020 wird sich der neue Träger den Eltern vorstellen. Wann, das konnte Pfarrer Jürgen Artmann allerdings noch nicht sagen.