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Drohnen suchen in Hilden Felder nach Rehkitzen ab

Kreisjägerschaft Düsseldorf/Mettmann : Drohnen suchen Felder nach Rehkitzen ab

Zwei Fluggeräte mit Wärmebildkamera kommen in unserer Region zum Einsatz. Kostenpunkt pro System: 8000 Euro. Die Kreisjägerschaft Düsseldorf/Mettmann hat die Systeme bekommen.

Drei hatten sie beantragt, zwei wurden genehmigt: Die Kreisjägerschaft Düsseldorf/Mettmann, zu der auch die Hegeringe Hilden und Haan gehören, hat zwei hochmoderne Drohnen mit Wärmebildkamera genehmigt bekommen und auch direkt bestellt. Die jeweils 8000 Euro teuren Komplettsysteme mit Monitor, Aufladegeräten, Drohne, Kamera und mehreren Akkus sollen in etwa 14 Tagen geliefert werden. „Parallel dazu laufen Schulungen“, erklärt Markus Jäschke vom Hegering Hilden. Nötig sind ein Führerschein und Genehmigungen, um mit der Drohne fliegen zu dürfen.

 Das Land NRW hat zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um diese Systeme anzuschaffen.
Das Land NRW hat zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um diese Systeme anzuschaffen. Foto: Conny Eilers

Das Fluggerät soll zum Einsatz kommen, um Rehkitze vor dem Tod zu bewahren. „Die Rikke sucht sich für die Geburt einen Bereich mit gleichmäßig hoher Deckung“, erklärt Jäschke. Hohe Wiesen bieten sich dafür perfekt an. Dort wird das Kitz geboren und bleibt die ersten Tage beinahe regungslos liegen. Die Mutter kehrt nur zum Säugen zurück. „Das ist das natürliche Verhalten der Tiere“, erklärt Markus Jäschke. Die Jäger nennen es „Drücken“. „Für Räuber ist es sehr aufwändig, die Jungtiere zu finden.“ Nach ein paar Tagen werden die Rehkitze aktiver und verlassen die Wiese.

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Doch wenn der Landwirt in dieser Zeit das Gras mähen möchte, kommt es oft zu tödlichen Unfällen. Mit der Drohne können die Mitglieder der Kreisjägerschaft in Zukunft die Felder nach Kitzen absuchen. „Es wurden auch schon Enten, Hasen und Igel entdeckt“, erklärt Markus Jäschke.

Früh morgens beginnt die Suche, damit die Wäremestrahlung der Sonne die Ergebnisse nicht verfälscht. Wird ein Rehkitz gefunden, schwärmen zwei Helfer aus, um es zu bergen. Sie fassen es mit Handschuhen und Stroh an, damit die Mutter es später nicht verstößt. Die Kreisjägerschaft profitiert von der Erfahrung befreundeter Jäger aus dem Emsland, die mit ihren Drohnen bereits viele Tiere retten konnten. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Aber nicht nur Tiere können mit der Drohne aufgespürt werden. Markus Jäschke kann sich auch gut vorstellen, dass sie bei der Suche nach vermissten Menschen eingesetzt werden.