Dreck-weg-Tag 2019 in Hilden

Hilden : Hildener Bürger sagen Müll den Kampf an

Rund 300 Menschen beteiligten sich am „Dreck-Weg-Tag“ des Stadtmarketings.

Wer kennt das nicht? Man geht für einen Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein in den Park, macht zum Durchschnaufen Halt an einem kleinen See – und entdeckt an dessen Ufern Plastik, Papier und herumliegende Glasscherben von Schnapsflaschen. „Was man hier alles findet, glaubt man gar nicht“, sagte Matthias Schumann – und versenkte mit seiner Greifzange einen großen Streifen Paketband in seinem blauen Müllsack. Er war am Samstag mit Sohn Nicolas in den Park am Holterhöfchen gekommen, um das zu beseitigen, was manche Passanten gedankenlos auf ihrem Weg in der Natur hinterlassen hatten.

„Wir wollen für Sauberkeit sensibilisieren“, betonte Volker Hillebrand, Geschäftsführer des Hildener Stadtmarketings. Das veranstaltete am Samstag einmal mehr seinen „Dreck-Weg-Tag“, der im Zweijahres-Rhythmus stattfindet. Zwar reinigt der Zentrale Bauhof das gesamte Stadtgebiet regelmäßig. Gegen die alltägliche Vermüllung der Umgebung reicht das aber augenscheinlich nicht aus.

Auf vier Stationen teilten sich rund 100 teilnehmende Bürger – darunter auch Mitglieder von Vereinen und Verbänden – auf: Sie arbeiteten an den Spazierwegen an Menzelsee und Umgebung, im Umfeld von McDonalds an der Giesenheide, an den Wege um das Waldschwimmbad – und eben im Holterhöfchen in Nachbarschaft zu Hildorado und Helmholtz-Gymnasium. Da verschwand auch manch ein Teilnehmer im Gebüsch, um Kaffeebecher oder Bonbonpapier herauszuziehen. Handschuhe, Müllsäcke und Greifzangen stellten die Organisatoren zur Verfügung.

Tags zuvor waren weitere rund 200 Hildener mit ihren Schulen unterwegs gewesen, um das jeweilige Quartier zu reinigen. „Wir haben auch in einer AG sauber gemacht“, erzählte der elfjährige Timo, der sich am Samstag am „Dreck-Weg-Tag“ beteiligte. Leere Flaschen seien die häufigsten Funde gewesen, berichtete er. Aber auch Tetrapaks, Plastiktüten und Zigarrettenkippen landeten in den Müllsäcken der Ehrenamtler. „Vielleicht müsste man die Mülleimer noch deutlicher markieren“, sagte der achtjährige Nicolas. Sein Vater Matthias Schumann fischte sogar ein defektes Metallgestänge vom Parkplatz aus dem Gestrüpp. Alles landete in den am Ende rappelvollen Kleinlastern, mit denen die städtischen Mitarbeiter den Müll zum Zentralen Bauhof brachten – und zu einem großten Haufen auftürmten.

Dort wartete nach rund zwei Stunden Arbeit auch die Belohnung auf die fleißigen Helfer: Bei einer stärkenden Erbsensuppe saßen sie am Mittag beisammen – und tauschten sich über Erfahrungen und skurrile Fundstücke aus.

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