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Digitale Schulen: Was schon läuft, was nicht

Hilden : Digitale Schulen: Was klappt, was nicht

Glasfaseranschluss, gute IT-Ausstattung, persönliches iPad für jeden Schüler: Die Corona-Krise hat gezeigt, warum das alles so wichtig ist. So sieht es an den städtischen Schulen in Hilden aus.

Von den 5500 Schulen in NRW haben erst rund 30 Prozent Anschluss an schnellstes Internet, teilt das Landesministerium für Digitalisierung mit.  An zwei Drittel der Schulen in Nordrhein-Westfalen fehlen Klassensätze an Tablet-PC und Smartphones, ermittelte Forsa in einer Umfrage für den Landesverband Bildung und Erziehung.

Da sieht es an den städtischen Schulen in Hilden aber deutlich besser aus. Bis auf acht Grundschulen sind bereits alle städtischen Schulen an das Glasfasernetz angeschlossen.

Bis Ende 2020 sollen auch die Astrid-Lindgren-Schule, die Offene Ganztagsschule Am Elbsee, der Grundschulverbund Beethovenstraße, der Grundschulverbund Schulstraße, die Wilhelm-Busch- sowie die Wilhelm-Hüls-Schule einen Breitband-Anschluss und damit  superschnelles Internet haben.

In den Grundschule verfügen fast alle Klassenräume über ein modernes Digital-Tafelsystem mit Beamer, Computer und Dokumentenkamera, mehrere PC oder Notebooks sowie pädagogische Software. Aktuell sind mehr als 100 solcher Tafelsysteme in den stätischen Schulen im Einsatz.

In den nächsten vier  Jahren will Hilden rund 2,7 Millionen Euro in die Digitalisierung seiner Schulen investieren. Darunter rund 750.000 Euro in die IT-Grundstruktur wie Netzwerk, Server, WLAN oder Interaktionsgeräte. Und weil die Verwaltung so fix bei der Bewerbung um Zuschüsse war, werden rund 90 Prozent davon von der  Landesregierung (Digitalpakt) finanziert.

Bis 2024 sollen auch fast alle Schüler an den städtischen Bildungseinrichtungen ein persönliches iPad erhalten. Auch diese Ausstattung wird von der Landesregierung gefördert. Hilden stehen danach rund 242.000 Euro zur Verfügung.

Der erzwungene Fernunterricht der Schulen in der Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die Schere zwischen Kindern, die digitale Erfahrungen haben und solchen aus sozial schwachen Familien wieder weiter auseinander geht, berichtete Barbara Krieger, Leiter des städtischen Helmholtz-Gymasiums, im Schulausschuss: „Wir müssen aufpassen, dass wir die  schwachen Kinder nicht verlieren. Digitale Endgeräte fehlen.“

Deshalb sei es sehr wichtig, dass diese Endgeräte schnellstens angeschafft werden, forderte Marianne Münich (Grüne). Pro Kind stehen 150 Euro zur Verfügung, erläuterte die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Schlottmann, die auch Stadtverordnete im Hildener Kommunalparlament ist: „Wir müssen aber auch die Lehrer ausstatten, damit sie nicht mehr ihre Privatgeräte mitbringen müssen. Das ist schlecht.“

„Wir erwarten, dass die Verwaltung die Schulferien nutzt und ein Konzept erarbeitet, dass all diese Probleme löst“, betonte Thomas Remih (FDP). Dabei müssten Eltern, Schüler und Lehrer beteiligt werden. Jens Wachten, Elternvertreter von der Stadtschulpflegschaft, wünschte sich eine einheitliche Lernplattform für alle städtischen Schulen in Hilden. Leitungen der weiterführenden und der Grundschulen berichteten, dass sie bereits seit längerem mit dem Programm Office 365 arbeiten würden. Das habe sich bewährt  auch bei Videokonferenzen, die mit der Corona-Pandemie plötzlich nötig wurden.

„Uns ist klar, das wir ein Gesamtkonzept brauchen“, sagte Schuldezernent Sönke Eichner. „Welche Lernplattform eingesetzt wird, ist Sache der Schulkonferenz“, stellt Helmholtz-Rektorin Barbara Krieger klar.