„Grand Prix Gelatissimo“ Hildener Eis ist jetzt preisgekrönt

Hilden · Angelika Szaban verkauft am Markt und künftig auch an der Walder Straße ausgezeichnetes Eis: Mit mehreren ihrer Kreationen gewann sie den internationalen Eis-Wettbewerb „Grand Prix Gelatissimo“.

 Eröffnet ihre dritte Eisdiele in Hilden: Angelika Szaban.

Eröffnet ihre dritte Eisdiele in Hilden: Angelika Szaban.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)/Köhlen, Stephan

Angelika Szaban steckt voller Ideen. 32 Jahre ist sie jung. Sie ist studierte Lebensmittel-Technologin und lebt noch gar nicht lange in Deutschland, führt aber bereits eine Eisdiele in Leichlingen und eine in Hilden und eröffnet am Samstag, 9. März, dort ihre dritte. „Gelato di Nonna“ heißen ihre Eisdielen, denn „bei Oma schmeckt immer alles super“, erklärt sie, „außerdem stellen Großmütter vieles aus regionalen und natürlichen Zutaten her“. Genau das ist das Geheimnis ihrer Eisrezepte. Diese überzeugten nun auch die Jury: Angelika Szaban gewann in Stuttgart bei der Eis-Fachmesse den „Grand Prix Gelatisimo“ mit mehreren ihrer Eiskreationen.

Ihr Mango-Eis und ihr Joghurt-Eis, die die Jury (angesehene Fachleute wie Sterneköche aus der Gastronomie) anonym probierten, gewannen jeweils den ersten Platz. 12 bis 16 Eissorten bietet Angelika Szaban in jedem ihrer Eislokale an. Kreiert hat sie mittlerweile schon viele, viele mehr. Dabei ist sie noch gar nicht lange im Eisgeschäft: In ihrer Heimat Polen half sie vor wenigen Jahren einem guten Freund in seiner Eisdiele. Auch damals schon nahm sie an der Weltmeisterschaft teil, damals noch für Polen, und gewann 2018 schon einmal dort. Seit vier Jahren lebt sie nun in Deutschland und wollte das Altertümliche, die Qualität, den Geschmack, den sie aus polnischen Eisdielen mit Zutaten aus der ganzen Welt kennt, auch nach Deutschland holen.

Je nach Saison 15 bis 25 Mitarbeiter hat sie heute, jeder Laden ist hübsch eingerichtet und mit alten Elementen versehen. Einen Eisportionierer, wie es ihn früher gab, hält sie in der Hildener Eisdiele (Markt 12) in der Hand. Ihre Eistruhen sind mit geschwungenen altmodischen Deckeln versehen. Ein Unterschied zu den meisten Eisdielen übrigens: Das Eis ist nicht sichtbar. „Das Eis, was ich herstelle, lässt sich nicht zu Bergen auftürmen. Denn es enthält keine Stabilisatoren, sondern befindet sich gut gekühlt in den einzelnen Behältern der Eistruhen.“

Ihre Fantasie und ihr Verständnis von Chemie seien es, die ihre Kreationen so werden lassen, wie sie sind. „Das Verhältnis von Zucker und Fett zum Beispiel muss man genau abwägen, damit Eis die perfekte Konsistenz erhält.“ Konsistenz ist eines der Kriterien, die bei der Meisterschaft entscheidend waren. Hinzu kommen die immer neuen Ideen im Kopf der 32-Jährigen – und ihr Perfektionismus. Wie sie das alles schafft, wisse sie manchmal selber nicht so genau. „Im Sommer arbeite ich 18 Stunden pro Tag“, berichtet sie. Zum Ende des Jahres plant sie, ihre Eisdielen an Franchise-Nehmer zu übergeben. Die Qualität soll dabei immer gleich hoch bleiben. „Viele Unternehmen beginnen mit hoher Qualität und senken diese dann aus Kostengründen. Das merken die Kunden aber, und nicht wenige Ketten müssen dann schließen.“

Ihr Credo: Jede Zutat kauft sie da, wo sie auch ursprünglich herkommt. Die Mangos für ihr preisgekröntes Mango-Eis kommen zum Beispiel aus Indien. Sie werden dort geerntet, wenn sie reif sind, und püriert. „Die Mangos, die man sonst in Deutschland bekommt, werden unreif geerntet und kommen dann hierher. Der Geschmack ist nicht vergleichbar mit dem derjenigen, die ich verwende.“ Die Kosten für eine Kugel Eis betragen 1,80 Euro für eine normal große Kugel, 2,50 Euro für eine Kugel im Premium-Format. „Da möchte ich bewusst die Kunden entscheiden lassen, welche Kugel sie wählen“, sagt sie. ihre Vanille kommt aus Polynesien, für 900 Euro pro Kilogramm, ihre Pistazien aus dem Piemont. „Das schmeckt man einfach“, erklärt Angelika Szaban, die verrät: „Auch ich selbst liebe einfach gutes Eis. Jede Kreation muss ich so lange selbst probieren, bis sie perfekt ist. Und das sind manchmal 10 oder 15 Versuche.“

Auch für Kunden, die auf den Zuckergehalt ihrer Speisen achten müssen oder die vegan leben, bietet sie spezielle Sorten an. Das Eis am Markt gibt es im Moment erst einmal zum Mitnehmen, geplant ist aber auch ein Ausbau des Speiseraums im Inneren des Ladenlokals.

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