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Neue Strukturen zum Januar: Die wichtigsten Änderungen bei der Reform der Kreispolizei

Neue Strukturen zum Januar : Die wichtigsten Änderungen bei der Reform der Kreispolizei

Die Kreispolizei organisisert sich neu. Zum 1. Januar werden aus bislang fünf Wachbereichen vier. Und in Hilden wird es ein neues, viertes Kriminalkommissariat geben. Wir geben den Überblick über die Änderungen.

In drei Stufen organisiert sich die Kreispolizei neu. "Wir hatten Schwachstellen festgestellt, die wir beseitigen wollen. Wir wollen noch besser werden", so Polizeidirektor Manfred Frorath.

  • Zusätzlich zu den bislang drei Kriminalkommissariaten (KK) in Langenfeld, Ratingen und Velbert wurde gerade ein viertes in Hilden eingerichtet.
  • Ebenfalls neu sei ein zentrales KK 15 in Mettmann für Wohnungseinbrüche, Kfz-Delikte und Bandenkriminalität.
  • Zum 1. Januar 2017 werden aus bislang fünf Wachbereichen vier gebildet, je zwei im südlichen und im nördlichen Kreisgebiet (siehe Grafik). "Die dann erreichte Deckungsgleichheit von Kripo und Wachdienst verringert Reibungsverluste."

Änderungen von 2011 werden revidiert

Zum Teil ist es eine Reform der erst vor fünf Jahren erfolgten Neuorganisation. Mit dem Argument, mehr uniformierte Polizisten auf die Straße zu bringen und schlagkräftiger gegen Einbrecher, Straßenräuber und kriminelle Jugendliche vorzugehen war 2011 unter anderem die KK-Zahl von zuvor fünf auf drei verringert worden.

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Doch resultierten daraus laut Frorath bei Ermittlungen nach Straftaten erhebliche Nachteile. Bei fünf Wachbereichen im Kreisgebiet und nur drei KK war bislang etwa nach Straftaten in Hilden neben Beamten der dortigen Wache auch das KK in Langenfeld zuständig. Betroffene und Zeugen hatten somit zwei Ansprechpartner und teils lange Wege.

Die bisherige Langenfelder KK-Chefin Susanne Wiescher leitet jetzt das Hildener KK, das auch für Haan und Erkrath zuständig ist. Für sie ist Claudia Guse im KK Langenfeld (mit Monheim) nachgerückt.

Neuer Zuschnitt von Verkehrskommissariaten gegen "Ermittlungstourismus"

Das genannte Erfordernis von "kurzen Wegen" in deckungsgleichen Zuständigkeiten gilt nach Froraths Worten in vergleichbarer Weise auch für die Arbeit der beiden im Kreisgebiet zuständigen Verkehrskommissariate (VK). Ermittlungen nach Unfällen in Langenfeld, Monheim, Hilden, Haan und Erkrath laufen im VK Süd mit Sitz in Langenfeld. Das VK Nord in Heiligenhaus ist für Ratingen, Mettmann, Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath zuständig.

Udo Kutsche, Kreisvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft: "Mit den veränderten Zuschnitten fällt der jetzige Ermittlungstourismus weg, bei dem Ratinger Kripobeamte immer wieder bis nach Haan fahren müssen. Und umgekehrt muss die in Haan ausgeraubte Seniorin zur Vernehmung dann nicht mehr nach Ratingen fahren."

Für die Bearbeitung von Wohnungseinbrüchen, Banden- und schwere Kfz-Kriminalität wurde anstelle der bisher hierfür befristet eingerichteten Ermittlungsgruppen im Mettmanner Mutterhaus zentral das KK 15 eingerichtet.

Eigene Polizeidienststellen, aber zu wenig Personal

In allen zehn Städten des Kreisgebietes bleiben eigene Polizeidienststellen bestehen. In sieben Städten sind die Wachen rund um die Uhr besetzt; in Haan, Heiligenhaus und Wülfrath gibt es montags bis samstags Schichtdienst mit differenzierten Öffnungszeiten.

Landrat Thomas Hendele verspricht sich als Leiter der Kreispolizei durch die Änderungen "noch mehr Arbeitsqualität, Effizienz und Bürgernähe". Die zum 1. September erfolgte Zuweisung von Polizeibeamten reiche nicht aus, um Pensionierungen und Versetzungen in diesem Jahr auszugleichen. Auch 2017 und 2018 werde sich die Personalausstattung nicht verbessern, sondern wohl erst 2019. Deswegen sei Personal möglichst effektiv einzusetzen.

(mei)