Setzen Sechs: Die Stadt hat Hausaufgaben nicht gemacht

Setzen Sechs: Die Stadt hat Hausaufgaben nicht gemacht

Gut 20 Jahre ist es her, da wurde der Schadstoff PCB zum Thema auch in Haan. Mit Raumluftmessungen spürten Ingenieure in öffentlichen Gebäuden nach der Belastung durch die Polychlorierten Biphenyle, die in Dichtungsmassen (als Weichmacher) ebenso eingesetzt waren wie in Farben.

Ganz stark war die Belastung in Räumlichkeiten der Grundschule Bollenberg. Sie wurde in Abschnitten fast vollständig entkernt und neu aufgebaut. Bei der ersten Sanierung aber blieben (außen) einige noch belastete Bauteile erhalten. Die Folge: Die Belastung zog in die flammneuen Räume, die Jahre später erneut kernsaniert werden mussten. Bis auf die Grundschule in Haan-Ost gab es nirgendwo im Stadtgebiet Belastungswerte, die ein sofortiges Handeln erfordert hätten. Und so gingen etwa 15 Jahre ins Land, bis auch das Gymnasium Adlerstraße an der Reihe war - nicht zuletzt nach der Androhung der Bezirksregierung, den Schulbetrieb einzustellen. In Vorbereitung des Erweiterungsbaues für die Grundschule Gruiten taucht jetzt plötzlich eine leichte PCB-Belastung in vier von acht Räumen auf. 1997 war die Gruitener Schule nicht untersucht worden. Dafür aber die Grundschule Steinkulle - doch passiert ist in gut zwei Jahrzehnten nichts. Nur verschwanden die damaligen Gutachten in einer Schublade. Jetzt wurden sie hervorgeholt. Und nach der Verteilung ist klar, dass die Stadt lange Zeit ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat.

Das rächt sich jetzt - durch Arbeitsdruck im Gebäudemanagement und hohe Kosten. -dts

(RP)
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