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Die Sparkasse HRV plant derzeit keine Änderungen im Filialsystem

Hilden : Die Sparkasse HRV plant derzeit keine Änderungen im Filialsystem

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert geht in den Ruhestand. Begonnen hat er als Azubi – eine außergewöhnliche Karriere.

Der Vorstandschef der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert, verabschiedet sich Ende des Jahres in den Ruhestand. Wir sprachen mit ihm über Veränderungen im Sparkassengeschäft, technische Neuerungen und über seine persönliche Zukunft.

Sie haben das Sparkassengeschäft von der Pike auf gelernt und es bis in den Vorstand geschafft. Ist eine solche Karriere heute noch möglich?

Jörg Buschmann Auch wenn es heute weniger Sparkassen und somit auch weniger Vorstandspositionen gibt als 1996, als ich Vorstand wurde, beantworte ich die Frage eindeutig mit „Ja!“. Es ist auch heute noch möglich, innerhalb der Sparkassenfamilie eine Laufbahn vom Azubi bis zum Vorstandsvorsitzenden zu erleben. Wichtig dafür ist allerdings eine klare Karrierestrategie, viel Einsatz und die Bereitschaft zu ständiger Weiterbildung, um in die Auswahl für Führungs- und Vorstandspositionen zu kommen. Was aber heute wirklich eher selten sein dürfte, ist, dass – wie bei mir – ein solcher beruflicher Werdegang bei ein und derselben Sparkasse bzw. ihrem Nachfolgeinstitut stattfindet.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich auch im Sparkassengeschäft Vieles rasant geändert, welche Veränderungen waren Ihrer Meinung nach die einschneidendsten?

Buschmann Dazu fallen mir zwei Stichworte ein: Automatisierung und Digitalisierung, insbesondere was Service und Leistungen rund um das Girokonto angeht. Ich habe während meines Sparkassenlebens quasi die Entwicklung des Geldes von der Lohntüte über ec-Schecks, -Bank-Karten und Kreditkarten bis zur kontaktlosen App-Bezahlung live erlebt. Oder denken Sie nur an Kontoauszüge: Welcher junge Mensch könnte sich heute noch vorstellen, dass er die Auszüge in einem Schließfach in der Filiale abholen muss? So habe ich es selber noch während meiner Ausbildung kennengelernt – danach kamen die Kontoauszugsdrucker. Und immer beliebter werden inzwischen die papierlosen Kontoauszüge, die im Online-Banking automatisch in das persönliche elektronische Postfach eingestellt werden.

Im Bereich der Sparkasse HRV wurden in den vergangenen Jahre Filialen geschlossen oder in SB-Filialen umgewandelt. Wie sehen Sie die Zukunft des Filialsystems?

Buschmann Letztlich entscheiden unsere Kunden durch ihr Nutzerverhalten, wie viele und welche Form von Filialen es in Zukunft geben wird. Und die Wirtschaftlichkeit eines Standortes hängt nun einmal davon ab, wie intensiv das vorhandene Angebot genutzt wird. Das Kundenverhalten ist entscheidend – und es hat sich verändert. Immer weniger Menschen lassen sich ihr Bargeld in unseren Filialen persönlich auszahlen – Kartenzahlungen und Automaten sind für viele bequemer und einfacher. Dieser Trend hat sich seit Corona noch verstärkt. Allerdings hat Corona auch gezeigt, dass die Kunden in vielen finanziellen Angelegenheiten nach wie vor eine persönliche Beratung wünschen. Aktuell plant die Sparkasse HRV jedenfalls keine Änderungen an ihrem Filialangebot.

Auch ein Sparkassenchef muss sein Konto führen. Bevorzugen Sie Automaten oder das Online-Banking?

Buschmann Ich erledige meine privaten Bankgeschäfte fast ausschließlich über das Online-Banking am PC oder über die Sparkassen-App. Total begeistert bin ich immer wieder von der Fotoüberweisung in unserer App: Einfach die Rechnung abfotografieren und die Bezahlung freigeben. Das ist kinderleicht und das lästige Abtippen fällt weg. Das schätze ich schon sehr. Aber natürlich gibt es auch Fragen und Themen, die ich mit meiner Kundenberaterin oder einem Spezialisten bespreche. Das Angebot der Sparkasse ist vielfältig und ich nutze es gerne!