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Die Feuerwehr Hilden läuft 112 Kilometer für den guten Zweck

Staffellauf über 112 Kilometer : Feuerwehr (b)rennt für Kinder

112 lautet der Notruf, genauso viele Kilometer wollen die Teilnehmer des Spendenlaufs am Ende absolviert haben – in einem Schutzanzug. Anlässlich des 150. Geburtstag der Hildener Wehr startet die Staffel am 3. April.

Mit einer spektakulären Aktion sammelt die Feuerwehr Hilden in ihrem Jubiläumsjahr Geld für die Stiftung Kinderherz. Die Einsatzkräfte laufen 112 Kilometer durch den ganzen Kreis Mettmann, steuern jede Wache an – und das alles in einem speziellen Schutzanzug, der das Laufen noch zusätzlich erschwert. 26 Stunden haben sich die Teilnehmer als Ziel gesetzt. „Nach unseren Recherchen hat es so etwas noch nie gegeben, daher haben wir dann wohl einen Weltrekord“, erklärt Feuerwehrchef Hans-Peter Kremer.

Der Startschuss fällt am Freitag, 3. April, um 14 Uhr. Dann startet der erste von rund 30 Läufern im Chemikalien-Schutzanzug (CSA). „So ein Anzug wiegt rund acht Kilogramm und isoliert seinen Träger komplett von der Außenwelt“, erklärt Kremer weiter. „Er ermöglicht es, selbst in einer radiologisch, chemisch oder bakteriologisch kontaminierter Umgebung zu arbeiten.“ Das sei zum Beispiel bei Gefahrgutunfällen notwendig. „Für den Körper ist das eine große Herausforderung“, ergänzt Brandmeister und Organisator Marcel Harms. „Feuerwehrmänner und -frauen müssen sehr fit sein, um ihre Ausrüstung tragen und trotzdem schnell laufen zu können.“

Der Luftvorrat reiche bei körperlicher Anstrengung in diesem Anzug für gut 20 Minuten. „Daher bekommt der Läufer nach dieser Zeit eine neue Atemluftflasche auf den Rücken. Nach weiteren 20 Minuten wird auf Grund der sehr großen körperlichen Anstrengung dann der Lauf vom nächsten Läufer übernommen“, erklärt Feuerwehrchef Kremer weiter. Knapp vier Kilometer schafft jeder Läufer.

Die Logistik hinter diesem Lauf ist kompliziert: Der Läufer im CSA muss bei jedem Schritt begleitet werden: „Es ist ständig ein weiterer Läufer ohne CSA mit dabei, der zum Beispiel nachts den Weg leuchten muss. Man sieht in dem Anzug nach kurzer Zeit relativ wenig. Von daher ist der zweite Läufer zwingend notwendig. Weiterhin ist ein Fahrzeug mit dem Anschlussläufer, Getränken und einer Erste-Hilfe-Ausstattung immer in der Nähe“, erklärt Kremer. Die Atemluft-Flaschen müssen oft getauscht und dementsprechend oft auch wieder befüllt werden. Zwischen Läufer und Hildener Wache wird dafür eine Art Pendelverkehr eingerichtet, denn auch die Teilnehmer müssen irgendwie zur Strecke gelangen. „Die logistische Arbeit ist auf jeden Fall die größte Herausforderung“, erklärt Kremer. Nach dem Start in Hilden steuern die Teilnehmer die Wachen in Monheim, Langenfeld, Haan, Wülfrath, Velbert, Heiligenhaus, Ratingen, Kreisleitstelle Mettmann, Mettmann, Erkrath und am Ende wieder Hilden an. „Die Strecke wurde bereits abgefahren und weist eine Gesamtdistanz von 112,4 Kilometern auf“, so Kremer. „Starke Steigungen sind natürlich auf dieser Strecke auch viele dabei.“

Die Idee zu dem Staffellauf entstand in einer Art Bierlaune. „Bei einem lockeren Gespräch zwischen Kollegen hat man überlegt, was man denn Tolles zum Jubiläumsjahr machen könnte. Erst der Spendenlauf, dann die Idee es unter CSA durchzuführen. Nachdem man erst einmal drüber gelacht hat, wurde am nächsten Tag dann doch eine Idee daraus“, erklärt Feuerwehrchef Kremer.

Die Feuerwehr stellt momentan vor allem die Logistik sicher und legt Blasenpflaster bereit. „Die Anzüge haben fest montierte Stiefel. Diese haben typischerweise Größe 47“, erklärt Kremer. Dort passe fast jeder rein. Sie sind allerdings nicht für einen Lauf dieser Art ausgelegt.

Die Feuerwehr arbeitet gerade noch daran, ein sogenanntes Live-Tracking auf die Beine zu stellen. Damit kann jeder den Standort des Läufers online sehen und sie anfeuern. „Wir freuen uns natürlich auf Zuschauer am Wegesrand“, sagt Feuerwehrchef Kremer.

Die Feuerwehrleute sind rund 26 Stunden  unterwegs, gegen 16 Uhr werden sie am Samstag, 4. April, an der Hildener Feuerwehr-Wache zurückerwartet.