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Die drei Jungs aus Hilden - Papa, wir haben eine Arche gebaut

Kolumne „Die drei Jungs“ : Papa, wir haben eine Arche gebaut

Drei Kinder – drei, fünf und sieben Jahre alt – bleiben für fünf Wochen zu Hause. Das ist eine Herausforderung mit vielen wunderbaren Seiten, wie unser Autor erklärt.

Kinder gehen mit Extremsituationen anders um. Sie registrieren sie, denken kurz über die individuellen Auswirkungen nach, akzeptieren sie, drehen sich um und spielen weiter. Das haben zumindest meine drei Jungs so gemacht, als wir ihnen das Coronavirus und die Maßnahmen gegen die Ausbreitung erklärt haben.

Zunächst haben sie sich vorbildlich die Hände gewaschen, wenn sie von draußen kamen. Und dabei haben sie gesungen, denn irgendjemand hat ihnen gesagt, dass sie sich so lange die Hände waschen sollen, bis sie zweimal „Happy Birthday“ gesungen hätten. Eines Tages lachte der Große laut: „Papa, ich bin ein Opa. Wir haben uns jetzt schon so oft zum Geburtstag gratuliert, das müssen mindestens 100 Lieder gewesen sein. Also bin ich 100 Jahre alt.“ Klingt irgendwie logisch.

Als dann die Schließung der Kitas und Schulen bekanntgegeben wurde, haben wir unseren Kindern ebenfalls erklärt, dass sie jetzt fünf Wochen zu Hause bleiben müssen. Das fand vor allem der Kleine großartig: „Jippie, fünf Wochen nur im Schlafanzug.“ Es gab ein paar Tränen, als wir ihm erklärten, dass es kein normaler Samstag sei, an dem er etwas länger im Schlafanzug durchs Haus stromern kann.

Gestern haben die drei gemeinsam mit Duplo gespielt und etwas besonderes gebaut – denn im Kindergarten haben die beiden Kleinen vor kurzem über die Bibel gesprochen. „Papa, guck mal: Wir haben ein Schiff gebaut. Eine Arche.“ Wenn es da draußen also hart auf hart kommt, wird die Welt danach weiter bestehen. Mit Tigern, Affen, Löwen, Pferden, Kühen und Bob dem Baumeister. Sogar mit ziemlich vielen Bobs. Immerhin haben alle Spaß: Die Jungs haben an eine Rutsche gedacht. tobi