Jahreswechsel Meine Uhr (7): Die alte Turmuhr ist heute ein Museumsstück

Jahreswechsel Meine Uhr (7): Die alte Turmuhr ist heute ein Museumsstück

Im Foyer des neuen Rathauses erinnern Uhrwerk und Glocke an das einstige Rathaus der Stadt Mettmann.

mettmann (czz) Läuten tut sie derzeit eher selten, denn dazu müsste sie einmal die Woche an den 50 Kilogramm schweren Gewichten mit einer Eisenkurbel aufgezogen werden. Schön anzusehen ist sie aber allemal, die Turmuhr des alten Mettmanner Rathauses an der Gartenstraße. Seit 2004 schmückt sie das Foyer des heutigen Stadtverwaltungs-Gebäudes. 1904 - zum 1000-Jahr-Jubiläum der Kreisstadt - wurde die Uhr erstmals durch Henry Theodor von Böttinger, Ehrenbürger und Schwiegersohn des Wuppertaler Unternehmers Friedrich Bayer, gestiftet. Damals wurde das alte Rathaus anlässlich des Jubiläums mit neuem Fassadenschmuck und einem Turmaufbau geschmückt - eine neue Uhr kam da wie gelegen.

Nach 60 Jahren musste das Gebäude dem Neubau des Evangelischen Krankenhauses weichen. Dass die Turmuhr samt Uhrwerk und Gusseisen-Glocke als einziges Erinnerungsstück an das alte Rathaus-Gebäude noch existiert, ist einzig Ernst-August Kortenhaus zu verdanken. Der damalige Inhaber des gleichnamigen Mettmanner Juweliergeschäftes erstand die Uhr für einen Schrottpreis und rettete sie in letzter Sekunde. 2003, anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Firma, stiftete der Uhrmachermeister das Schmuckstück schließlich der Stadt. "Wir sind ja nun schon seit über 100 Jahren in Mettmann und fühlen uns der Stadt verpflichtet", sagte Ernst-August Kortenhaus über den Beweggrund der Spende. "Und wir dachten uns: Wo könnte die Uhr besser hinpassen, als ins Rathaus?" Nach der aufwendigen Restaurierung durch einen Turmuhrbauer wurde das mechanische Zeitmessgerät 2004 zur 1100 Jahr-Feier der Stadt Mettmann dem damaligen Bürgermeister Bodo Nowodworski überreicht und im Eingang des neuen Rathauses platziert. Hier können Besucher die Glocke, das offene Uhrwerk und das mit 24 Karat Blattgold belegte Ziffernblatt mit einem Durchmesser von einem Meter bewundern.

(RP)