Der Weg des Altpapiers von Hilden und Haan zurück zum Verbraucher

Vom Einsammeln bis zur Wiederverwertung : Das passiert mit unserem Altpapier

Die Wiederverwertung von Papier ist ein Beitrag zur Ressourcenschonung. Sie läuft in mehreren Stationen ab. Wir haben uns den Weg zurück zum Verbraucher einmal genauer angeschaut.

In manchen Haushalten fällt nach Entleerung des Papierkorbs ein kritischer Blick auf den Plan mit den Abholterminen: Denn so eine blaue Tonne kann schon mal schneller voll werden, als geplant. Papier, von allerlei Kartons über Zeitschriften bis zu alten Schulheften und Briefumschlägen, prägt schließlich unseren Alltag. Doch was passiert mit dem ganzen Material?

1. Station: Hilden 4000 Tonnen Papier fallen in Hilden pro Jahr an. „Es waren aber in der Vergangenheit auch schon an die 5000“, berichtet Frank Berndt, Abfallberater bei der Stadt. Die kümmert sich um den Abtransport. Jeden Montag sind die städtischen Fahrzeuge dafür im Einsatz, so dass in jedem Abfuhrbezirk alle vier Wochen die blaue Tonne entleert wird. Etwa ein Viertel des Papiers ist Verpackungsmaterial. Das vermarktet die Stadt Hilden selbst. Der Erlös aus den übrigen 75 Prozent, bestehend aus kommunalem Papier – zum Beispiel Brief- oder Schreibpapier – fließt an den Kreis Mettmann. Die Digitalisierung verändert diese Anteile jedoch: Die Verpackung-Quote werde in Zukunft in Hilden auf 30 Prozent anwachsen, erklärt Berndt. Den Preis für eine Tonne Altpapier liegt derzeit bei rund 80 Euro. Den Auftrag zur Weiterverwertung erteilt der Kreis.

2. Station: Langenfeld Auftragnehmer ist derzeit wiederum die Firma Remondis, die für die Lieferungen aus zehn Städten im Kreis vier Umschlagplätze unterhält. Das Hildener Papier gelangt dabei nach Langenfeld, wo es vorsortiert, von möglichen Störstoffen befreit und an papierverarbeitende Fabriken weiterverkauft wird. Für das nächste Jahr schreibt der Kreis die Verwertung übrigens wieder neu aus.

3. Station: Recycling in der Papierfabrik. Zu den Abnehmern des Altpapiers gehört unter anderem die Firma FS Karton. Die produziert an ihrem Neusser Standort unter anderem 350 000 Tonnen Faltschachtelkartons pro Jahr – Tendenz steigend. Der Betrieb läuft dabei 24 Stunden pro Tag. Das mit Lkw angelieferte Material wird gereinigt und maschinell aufbereitet. So entsteht binnen einer halben Stunde aus altem Papier ein neuer Karton. Ewig wiederholen lässt sich dieser Kreislauf freilich nicht: Sieben Mal könne man die Papierfasern recyclen, erklärt Dirk Nickel, Einkaufsleiter beim Unternehmen: „Die Faser wird immer kleiner und irgendwann aus dem System rausgefiltert.“

4. Station: Erneute Nutzung Der Erlös aus dem Verkauf des Altpapiers komme letztlich komplett den Bürgern zugute, betont der Hildener Abfallberater Frank Berndt. Und auch das Papier selbst findet in verschiedener Form, von der Müsli-Verpackung bis zum Toilettenpapier, den Weg zurück zum Verbraucher. Die Stadt Hilden, sagt Berndt, engagiere sich nicht nur seit Jahren für de Nutzung recycelter Schulhefte, sondern setze auch selbst zu 100 Prozent auf Altpapier: „Jeder Brief der Stadt wird darauf gedruckt.“

So sieht es in Haan aus: Rund 2100 Tonnen Papiermüll sind im Jahr 2018 in der Stadt Haan angefallen. Die Abfuhr übernimmt das Unternehmen Awista im Aufrag des Kreises. Das Papier gelangt zunächst zum Recyclinghof in Mettmann. Dort wird es weiterverkauft und die Gutschrift auf die Müllgebühren angerechnet.

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