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Hilden/Haan: Der Trend geht zum frühen Tannenbaum

Hilden/Haan : Der Trend geht zum frühen Tannenbaum

Viele Menschen kaufen ihren Weihnachtsbaum schon zu Beginn der Adventszeit. Das bekommen die Baumhändler in Hilden und Haan ebenfalls zu spüren. Statt eines Kranzes auf dem Tisch steht oft ein Adventsbaum auf der Terrasse.

Viele Menschen kaufen ihren Weihnachtsbaum schon zu Beginn der Adventszeit. Das bekommen die Baumhändler in Hilden und Haan ebenfalls zu spüren. Statt eines Kranzes auf dem Tisch steht oft ein Adventsbaum auf der Terrasse.

Bereits am ersten Adventswochenende haben viele Händler schon begonnen, Weihnachtsbäume zu verkaufen. Zu früh kommt das keinesfalls. "Viele Menschen wollen heute schon vor dem Fest einen Christbaum. Sie stellen sich dann eine Blaufichte oder Nordmanntanne statt eines Adventskranzes auf die Terrasse und holen den Baum am Heiligabend rein", berichtet Gerda Grenda. Für die Hildenerin ist der Verkauf allerdings kein Geschäft, sondern eine Herzensangelegenheit. Seit 21 Jahren verkauft Grenda Bäume neben dem Evangelischen Schulzentrum an der Gerresheimer Straße, behält aber vom Reinerlös nichts für sich. Den spendet sie für den guten Zweck an die SOS-Kinderdörfer. Anfangs waren das 50 D-Mark, im besten Jahr 4444 Euro, insgesamt mittlerweile schon 35 888,63 Euro. Ihre Fichten, Blautannen, Nordmanntannen, Kiefern oder Nobilis holte sie selbst aus dem Sauerland. Mittlerweile hat sie ihre "Heinzelmännchen", so nennt sie ihre Helfer, die die Bäume für sie abholen. Ob man nur den Mindestpreis zahlen oder auch mehr geben möchte, ist jedem selbst überlassen. "Das ist keine Pflicht", sagt Gerda Grenda, die auch noch D-Mark als Zahlungsmittel annimmt. Beim Weihnachtsbaumkauf gibt es bei der älteren Dame Glühwein, Kekse oder ein Leckerli für den Hund.

Bei Karl-August Niepenberg in Gruiten ist der Baumkauf ein Familienevent. Bereits vor der Adventszeit können sich Interessenten auf dem 2,5 Hektar großen Grundstück eine von über 15 000 Tannen oder Fichten markieren. Die gibt es von der kleinen Babytanne bis zu 2,50 Meter hohen Bäumen. Etiketten und Stifte gibt es direkt am Gut Scheifenhaus (Vohwinkeler Straße 7) in einem Kasten. Bei den meisten sei aber eine Höhe von 1,80 bis zwei Metern angesagt. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, können die Familien "ihren" Baum dann vor Ort auch noch selbst sägen und dann mit nach Hause nehmen. "Bei schlechtem Wetter bieten wir aber auch frisch geschlagene Bäume an, wenn Leute nicht durch die Felder wollen", kündigt Niepenberg an. Für alle Käufer gibt es anschließend gratis Glühwein, für Kinder Glühsaft. Das Angebot nutzten schon am ersten Adventswochenende viele. "Diejenigen, die sich schon einen Terrassenbaum hinstellen möchten", erläutert Niepenberg. Sein Verkauf ist ab heute von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Meter Rotfichte, die wegen des Duftes sehr beliebt sind, kostet 12 Euro, Nobilis schlagen mit 22 Euro zu Buche.

Im Haaner Gartencenter Selders mit angeschlossener Baumschule gibt es dieses Jahr keine eigenen Bäume. Stattdessen kommen die Tannen und Fichten aus dem Bergischen Land. Immerhin stehen die Bäume dort in einem mit Erde gefüllten Topf. "Darin sollte man sie so lange wie möglich lagern. Und auch möglichst spät in die warme Heizungsluft stellen, da die Bäume sonst austrocknen", rät Stefan Seifert. Er verkauft im Gartencenter kleine Bäume von 1,20 Meter Höhe ab 25 Euro, größere Tannen kosten bis zu 100 Euro.

Frank Sobkowiak verzichtet in seiner Baumschule nahe der Hildener Autobahnpolizei dieses Jahr gänzlich auf Weihnachtsbäume: "Die sind noch nicht groß genug nachgewachsen. Und der Zukauf ist zu teuer."

Hier geht es zur Infostrecke: Fünf Tipps für den Weihnachtsbaum-Kauf

(RP)