Der katholische Hildener Sozialethiker Wilhelm Korff starb 92-jährig

Hilden : Der Hildener Sozialethiker Wilhelm Korff ist tot

Der bundesweit bedeutende Theologieprofessor starb jetzt im Alter von 92 Jahren. Er wurde in seiner Heimatstadt beigesetzt.

Die Beisetzung im engsten Familienkreis fand bereits statt – in Hilden, wo Wilhelm Korff im Jahr 1926 geboren wurde. Dort war der katholische Sozialethiker Anfang dieses Monats im Alter von 92 Jahren auch verstorben. Zwischen diesen beiden Daten in seiner Heimatstadt liegt ein Leben, das mehr als 200 Veröffentlichungen umfasste und vielen Christen Orientierungshilfe in gesellschaftlichen Fragen gegeben hat.

Wilhelm Korff empfing 1952 die Priesterweihe. Danach  war er 21 Jahre lang in Essen, Neuss, Düsseldorf und Bonn als Seelsorger tätig – zunächst als Kaplan und später als Studentenpfarrer. 1965 wurde er mit der Dissertation „Ehre, Prestige, Gewissen“ an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn promoviert. 1973 wurde sein sozialethisches Grundlagenwerk „Norm und Sittlichkeit. Untersuchungen zur Logik der normativen Vernunft“ als Habilitationsschrift durch dieselbe Fakultät angenommen.

 Von 1972 bis zur Berufung nach München lehrte er in Tübingen. Von 1992 bis 1996 gehörte der Theologe dem Sachverständigenrat für Umweltfragen des Bundesumweltministers an. Korff befasste sich mit ethischen Fragen der Atomenergie und der Ökologie. Sein Werk umfasst  Schriften wie  „Kernenergie und Moraltheologie“ oder  „Wie kann der Mensch glücken?“. Sein letztes Buch  mit dem Titel „Gliederungssysteme angewandter Ethik“ gab er 2016 heraus.

Einer seiner Kernsätze lautet: “Es gibt nicht nur gutes und schlechtes Handeln im Hinblick auf gegebene gesellschaftliche Ordnungsvorgaben –  gut oder schlecht können auch die Ordnungsvorgaben selbst sein.”

Ein weiteres wichtiges Zitat seiner Karriere bezog sich auf die Frage nach dem Glücken menschlichen Daseins. Sie war für Korff zeitlebens von der ethischen Frage nicht zu trennen. „Der Mensch ist sich selbst aufgegeben“, betonte er immer wieder: „Er muss sein Leben führen. Er muss sich auf Stimmigkeit hin entwerfen.“

2012 erhielt Wilhelm Korff den Ehrenring der Görres-Gesellschaft. Er war Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Wie die Katholisch-Theologische Fakultät der LMU in München mitteilte,  soll des Verstorbenen zu Beginn des kommenden Wintersemesters  mit einem Requiem in der Universitätskirche Sankt Ludwig gedacht werden.

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