Hilden: "Demenz wird weiter zunehmen"

Hilden : "Demenz wird weiter zunehmen"

Demenz-Info-Tag am 30. Mai informiert Betroffene und Interessierte.

Rund 24 Prozent der Hildener Bevölkerung waren Ende 2014 über 65 Jahre alt. Das entspricht 13 600 Einwohnern - 3 700 sind über 80 Jahre alt.

"Durch den demografischen Wandel werden auch die Demenzfälle weiter zunehmen", warnt Michaela Neisser, Sachgebietsleiterin der Besonderen Sozialen Dienste in Hilden. Schätzungen zufolge gibt es derzeit rund 1200 Demenzkranke in der Itterstadt - 1400 könnten es im Jahr 2030 sein. "Genaue Zahlen werden nicht erfasst", sagt Neisser. Wichtig sei es aber, sich frühzeitig zu informieren. Das Thema sei zwar präsent, da mittlerweile viele Menschen mindestens einen Betroffenen in ihrem Umfeld hätten, "aber die Hilfsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige sind vielfältig". Sich einen Überblick zu verschaffen sei schwierig.

Hier möchte der kostenlose Demenz-Info-Tag Abhilfe schaffen: am Samstag, 30. Mai, im Bürgerhaus, Mittelstraße 40, zwischen 10 und 16.30 Uhr, mit Vorträgen und Info-Ständen zum Thema. "Eines der Ziele unserer Arbeit ist es, dass Demenz als normales gesellschaftliches Phänomen angenommen wird", erklärt Marie-Thérèse Barbezat-Rosdeck, Leiterin des Amts für Soziales und Integration.

"Wir bieten an diesem Tag grundlegende Informationen zur Krankheit, aber auch spezielle Vorträge", zum Beispiel zum Pflegestärkungsgesetz, das seit dem 1. Januar Verbesserungen der Leistungen für Pflegebedürftige und Angehörige bieten soll, "und zu neuen Ansätzen aus der Forschung", sagt Sina Buhrmester vom Seniorenbüro der Stadt.

Zwischen den Vorträgen können Besucher an Ständen der beteiligten Sozialdienste weitere Informationen, zum Beispiel zur Entlastung der Angehörigen durch eine Tagespflege, einholen. "Unsere Arbeit sorgt zudem dafür, dass auch der Patient wieder eine Struktur in seinem Alltag bekommt", weiß Heike Longerich vom Verbund für psychosoziale Dienstleistungen. Auch die fünf Hildener Nachbarschaftszentren sind vor Ort und werden ihre Arbeit vorstellen.

In der Cafeteria finden Besucher Sitz- und Imbissmöglichkeiten. Im Obergeschoss kann eine Angehörigenbetreuung des Demenz-Info-Centers in Anspruch genommen werden. "Ganz neu im Programm haben wir einen Demenz-Parkour", sagt Buhrmester. Dieser wird die Möglichkeit bieten, alltägliche Dinge aus Sicht eines Demenzkranken zu erleben und so die Krankheit besser zu verstehen.

(höv)
Mehr von RP ONLINE