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Hilden: Demenz aus Tabu-Zone holen

Hilden : Demenz aus Tabu-Zone holen

Vom 10. bis 23. September finden rund um den Welt-Alzheimertag Aktionen für Betroffene, Betreuende und Interessierte statt. Ziel ist, der Krankheit ein Gesicht zu geben – mit Filmen, Vorträgen und einem Demenz-Parcours.

Vom 10. bis 23. September finden rund um den Welt-Alzheimertag Aktionen für Betroffene, Betreuende und Interessierte statt. Ziel ist, der Krankheit ein Gesicht zu geben — mit Filmen, Vorträgen und einem Demenz-Parcours.

Als seine Mutter vor etlichen Jahren an Alzheimer erkrankte, fühlte sich Reiner Bracht als Angehöriger hilflos und überfordert: "Das Thema war einfach noch nicht so bekannt." Ein Grund mehr für den heute 70-Jährigen, vor elf Jahren mit seiner Frau und fünf weiteren Betroffenen eine Selbsthilfegruppe zu gründen, zu der inzwischen 40 Angehörige gehören.

Ihr Angebot, das mittlerweile eine wöchentliche Beratung, den Klöntreff, einen runden Tisch und den Helferkreis beinhaltet, stellt das Demenz-Info-Center zum Auftakt der Aktionswochen rund um den Welt-Alzheimertag am Samstag, 10. September, von 10 bis 13 Uhr vor dem Bürgerhaus vor.

Zeitgleich startet die Evangelische Kirchengemeinde ihre Öffentlichkeitsinitiative "Mehr als Sie glauben" mit einem "Aktionstag Demenz" vor der Reformationskirche. "Dabei wollen wir nicht nur die entsprechenden Angebote der Diakonie und der Evangelischen Erwachsenenbildung vorstellen", erläuterte Pfarrerin Sonja Schüller bei der gestrigen Pressekonferenz der AG Demenz. Sondern es gehe auch darum, die Krankheit mit einem "Demenz-Parcours" begreifbar zu machen. "Durch physikalische Tricks können Gesunde erfahren, wie schwer die einfachsten Tätigkeiten sind, wenn einem die Sinne einen Streich spielen", so Schüller.

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Film über erkrankte Schriftstellerin

Am Donnerstag, 15. September, zeigt das städtische Seniorenbüro um 19 Uhr im Elisa-Stift an der Hofstraße 3 den Film "Iris". Kate Winslet und Judy Dench spielen die Schriftstellerin Iris Murdoch, die an Alzheimer erkrankte. Am Mittwoch, 21. September, informieren die gemeinnützigen Seniorendienste "Stadt Hilden" von 10 bis 14 Uhr vor dem Bürgerhaus unter anderem über ihre Tagespflege. "Am Fliederweg sind noch einige Plätze frei", wirbt Claudia Mewes für das "pflegende Angehörige enorm entlastende Angebot".

Diese können sich mit Shuttle-Bussen um 11 und um 12.30 Uhr ein eigenes Bild von der neuen Einrichtung machen. Zum Info-Vormittag lädt Zdenka Brause von 10 bis 13 Uhr ins Nachbarschaftszentrum St. Marien ein, während es im NBZ St. Jacobus um 12.30 Uhr ein Mittagessen gibt (Anmeldung Tel. 02103 246628), um die Einrichtung kennenzulernen.

Vortrag über "Ethik in der Pflege"

Haus Ahorn, die gerontopsychiatrische Facheinrichtung im Dorotheenpark an der Horster Allee 7, lädt am Mittwoch von 14.30 bis 16.30 Uhr zum "Tanztee" (Anmeldung Tel. 02103 571400) und am Freitag, 23. September, um 14 Uhr zum Fachvortrag "Ethik in der Pflege" mit Prof. Dr. Martin W. Schnell ein.

AG-Koordinatorin Sina Buhrmester freut sich über die Vielfalt der Angebote, die "der Demenz ein Gesicht geben". Und Monika Ortmanns vom Amt für Soziales und Integration ergänzt: "Viele der 900 Erkrankten in Hilden werden von Angehörigen betreut. Sie brauchen Hilfe!"

(RP)