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DB Regio erhält Zuschlag für die S-Bahn 1

Neuvergabe nach europaweiter Ausschreibung : DB Regio erhält Zuschlag für die S-Bahn 1

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hatte Betreiber Keolis Deutschland im Herbst 2019 gekündigt. DB Region übernahm Betrieb übergangsweise und setzte sich jetzt in einer europaweiter Ausschreibung durch.

Erfolg für die Deutsche Bahn: Die DB Regio AG wird auch ab Dezember 2021 die beiden S-Bahn Linien S1 und S4 der S-Bahn Rhein-Ruhr betreiben. Das Unternehmen konnte sich im Rahmen eines europaweiten Wettbewerbsverfahrens gegen die Konkurrenz durchsetzen. Gegenstand des Verfahrens war der Betrieb auf den S-Bahn-Linien S1 und S4 mit rund 4,9 Millionen Zugkilometern pro Jahr.

Die DB Region betreibt die beiden S-Bahn-Linien bereits, aber nur als Notmaßnahme seit Mitte Dezember 2019 für zwei Jahre. Im September 2019 hatte der VRR den Vertrag mit Keolis Deutschland gekündigt, weil der Eurobahn-Betreiber bis zu diesem Zeitpunkt die Hälfte der notwendigen Planstellen nicht hatte besetzen können. Um einen zuverlässigen Nahverkehr sicherzustellen, wurde eine Notvergabe an die DB Regio beschlossen. Parallel zur Notmaßnahme wurde noch im Dezember 2019 ein europaweites wettbewerbliches Vergabeverfahren zur Neuvergabe der Linien gestartet. DB Regio konnte sich in diesem Verfahren nun mit einem wirtschaftlichen Angebot durchsetzen und soll nach Ablauf der zehntägigen Einspruchsfrist den Zuschlag erhalten.

Auf den beiden S-Bahn-Linien kommen auch künftig die aktuell auf den Linien verkehrenden, rundum modernisierten Fahrzeuge des Typs ET 422 im grün-weißen Design zum Einsatz. Der Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), hatte die 48 S-Bahn-Fahrzeuge gekauft, um sie eigentlich dem privaten Unternehmen Keolis zu überlassen. Die gebrauchten Züge wurden modernisiert und mit freiem WLAN ausgestattet. Der VRR stellt sie jetzt der DB Region für den Betrieb der S1 und der S4 zur Verfügung.

Die Linie S1 ist die nachfragestärkste S-Bahn-Linie im VRR-Gebiet und verkehrt von Solingen über Düsseldorf, Duisburg, Mülheim (Ruhr), Essen und Bochum nach Dortmund Hbf. Die Linie S 4 fährt von Dortmund-Lütgendortmund über Dortmund-Stadthaus und Unna-Königsborn bis Unna.

Nach der Vergabeentscheidung durch die Gremien von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) soll DB Regio die Linien bis Dezember 2031 betreiben. Tagsüber werden Kundenbetreuer jede zweite Fahrt, abends sogar jede Fahrt als Ansprechpartner für die Fahrgäste und zur Erhöhung der Sicherheit begleiten.

VRR und NWL haben zur weiteren Qualitätssteigerung im Verkehrsvertrag neue Anreize und Regelungen für eine verbesserte Leistungsgerechtigkeit verankert. Um eine hohe Qualität zu belohnen, sieht der Verkehrsvertrag ein Bonussystem vor, bei dem Mitarbeiter der Linien S1 und S4 bei einer besonders hohen Kundenzufriedenheit einen Bonus erhalten.

Der Betreiber ist verpflichtet, während der Vertragslaufzeit über 50 neue Triebfahrzeugführer auszubilden; knapp die Hälfte davon als „Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport“. Eigenverschuldete Zugausfälle, zum Beispiel aufgrund fehlender Triebfahrzeugführer, werden deutlich stärker als bisher mit finanziellen Strafzahlungen belegt. Fremdverschuldete Zugausfälle – etwa aufgrund von Streckensperrungen – dagegen weniger stark.

Mit dem Angebot hat DB Regio ein umfangreiches Betriebsaufnahme- und Personalkonzept vorgelegt, das Grundlage für einen gesicherten Betrieb ab Dezember 2021 ist. DB Regio wird bereits ab Sommer 2020 einen „Netzmanager Qualität“ für alle qualitativen Belange der Linien S1 und S4 sowohl in der Phase der Betriebsvorbereitung als auch während der kompletten Vertragslaufzeit vorhalten, kündigt Dino Niemann, stellvertretender Pressesprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr an.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 verkehrt die S1 zwischen Duisburg und Essen im 30-Minuten-Takt, im restlichen Abschnitt bis Dortmund gar im Viertelstundentakt. Zwischen Duisburg und Solingen ist an Wochentagen die S1 tagsüber weiterhin alle 20 Minuten unterwegs. „Es hat zwar Anfangsschwierigkeiten gegeben“, zieht ein Bahnsprecher ein positives Zwischenfazit, „aber wir fahren stabil.“