Haan: Dauerthema Kirmes-Sicherheit

Haan : Dauerthema Kirmes-Sicherheit

Nicht erst seit der Love-Parade-Katastrophe von Duisburg bereiten sich Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei und das Ordnungsamt intensiv auf das große Volksfest vor. Das Notfallkonzept wird alljährlich verfeinert.

Mehrere hunderttausend Menschen schieben sich Jahr für Jahr rund um den vierten Sonntag im September durch die Innenstadt. Die Haaner Kirmes ist die größte Straßenkirmes im Bergischen Land. Die Menschenmassen einerseits und die Tatsache, dass Teile der Stadtmitte fast eine Woche lang nur schwer mit Autos erreicht werden können, stellen die Rettungsdienste Jahr für Jahr vor große Herausforderungen.

Nicht erst seit der Katastrophe bei der Loveparade im vorigen Sommer gibt es für das Volksfest ein Sicherheitskonzept, das immer wieder überarbeitet wird. Mit Blick auf die auf fünf Tage erweiterte Jubiläumskirmes sind die ersten Überlegungen für den Herbst 2011 schon angelaufen, die die Verwaltung auf Antrag der CDU im Hauptausschuss erläuterte.

Kaiserstraße nicht länger gesperrt

DRK und Malteser, die jeweils hinter der Post eine Unfallhilfestelle unterhalten, haben mit der Feuerwehr genau ausgetüftelt, wer von welcher Seite zu welchem Ort auf dem Kirmesgelände ausrückt. Vor Jahren haben die Helfer ein System der Standkennzeichnung ausgetüftelt, die bei Notrufen eine schnelle Lokalisierung von Einsatzstellen ermöglicht. Die Feuerwehr platziert auf dem Kirmesgelände seit vielen Jahren eine Leiter, um auf dem Neuen Markt rasch höhere Geschosse erreichen zu können. Auch die Polizei verstärkt an den Kirmestagen ihren Personalstamm, ist optisch durch viele Fußstreifen und Kradfahrer präsent und verdeckt durch zahlreiche zivile Ermittler.

Obwohl die Kirmes in diesem Jahr einen Tag länger dauert, wird die Kaiserstraße als Verkehrsader durch die Innenstadt nicht früher gesperrt. Die Schausteller wissen Bescheid, dass sie weniger Zeit zum Aufbau haben als sonst. "Wir machen die Bundesstraße nicht länger zu, damit der örtliche Handel nicht zusätzlich leiden muss", stellte Bürgermeister Knut vom Bovert klar. Sofern höhere Kosten aufkommen, werden die Schausteller für deren Deckung sorgen. Immerhin gehört die Haaner Kirmes für sie zu den ertragreichen Terminen.

SPD-Ratsherr Walter Drennhaus regte ein Glasverbot an. Ordnungsamtsleiter Michael Rennert erklärte, derzeit werde an einer Allgemeinverfügung gearbeitet. Für ein Glasverbot gebe es jedoch hohe Hürden. Eine klare Gefahr müsse nachgewiesen werden. Eine Kontrolle werde sehr schwierig, weil viele Besucher ihre Getränke mitbrächten. In Kiosken werde Pfand auf Flaschen erhoben. Auch die Gastronomen befürworteten eine Pfandregelung

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rasanter Spaß auf der Haaner Kirmes 2010

(RP)