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Das wird aus unserem Sperrmüll

Hilden Haan : Das wird aus unserem Sperrmüll

Von der Verbrennung bis zur Wiederverwertung – die Wege der aussortierten Haushaltsgegenstände sind so verschieden wie das Material selbst.

Wenn die erste Wehmut über den Abschied von den kaputten alten Stühlen aus dem Familienbestand oder dem in die Jahre gekommenen Sofa verflogen ist, wendet sich der Verbraucher gerne der Zukunft und damit auch seinem neuen Mobiliar zu. Doch was passiert eigentlich mit den klobigen Gegenständen, die er als Sperrmüll vor die Haustüre gestellt hat – und wie ist die Abholung überhaupt organisiert?

1. Station: Zuhause

Man will etwas loswerden, das einfach nicht in den normalen Mülleimer passt – und ebenso wenig in Plastik- oder Papiertonne. Was also tun mit Möbeln, Matratzen, Fahrradgestellen, Kinderwagen, Waschmaschinen, Kühlschränken, Fernsehern und anderen sperrigen Haushaltsgegenstände bis zu zwei Kubikmetern? Sind sie noch gut erhalten, könnten sie sich vielleicht als Sachspende für Bedürftige eignen – oder im Reparaturcafé aufgemöbelt werden. Ansonsten gibt es natürlich den Sperrmüll. In den gehören laut Stadt Hilden „nur solche Gegenstände, die Sie auch bei einem Umzug mitnehmen würden“. Aber einfach alles vor die Türe stellen und hoffen, dass jemand vorbeikommt und es mitnimmt, funktioniert natürlich nicht. „Es gibt in Deutschland nur noch selten eine turnusmäßige Sammlung“, erklärt der Hildener Abfallberater Frank Berndt.

2. Station: Lastwagen

Die Abholung regelt die Städtische Müllabfuhr auf Anmeldung. Das Formular gibt es im städtischen  Abfallkalender oder im Internet über die städtische Web-Präsenz. Zweimal pro Jahr können die Bürger kostenfrei die Abholung beantragen. 9000 Anmeldungen gibt es in Hilden pro Jahr. „Es waren aber auch schon 10.000“, erklärt Frank Berndt. In Haan melden die Kunden die Sperrgutabfuhr bei der zuständigen Firma Awista an. Erhältlich sind die Sperrmüllkarten zum Preis von zehn Euro bei mehreren örtlichen Einzelhändlern. 2600 verkaufte Karten zählt Haan für das Jahr 2019.

Ist die Abholung angemeldet, bekommen die Kunden eine Woche vor dem Abfuhrtermin eine schriftliche Info über den Termin. Bis der Müllwagen kommt, können dabei aber rund drei Wochen vergehen. Die Abhol-Touren folgen einer logischen Route.

3. Transport

Zunächst holen die Müllwagen das Sperrgut in Hilden in zwei Touren ab. Da Material und Verwendung sehr unterschiedlich sind, geht es auch zu unterschiedlichen Orten. Vieles gelangt schließlich zur Müllverbrennungsanlage in Wuppertal. Holz werde extra verwertet, erklärt Abfallberater Frank Berndt. Umschlagplatz ist einmal mehr das Gelände der Firma Remondis in Düsseldorf-Reisholz. Noch komplizierter wird es bei ausrangierten Elektrogeräten, die auf dem Sperrmüll gelandet sind. Die können wertvolle Substanzen enthalten wie Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium oder Messing – aber eben auch Schadstoffe. An kommunalen Sammelstellen wie dem Wertstoffhof oder dem Bartz Containerdienst in Haan werden die Abfälle sortiert. „Die Stadt erfasst Altgeräte, lädt sie in große Container und ordnet sie zertifizierten Anlagen zu“, erklärt Frank Berndt.

4. Mengen

Die Sperrgutmenge in Hilden hat sich in den letzten zehn Jahren in einer Größenordnung zwischen 999 und 1100 Tonnen pro Jahr eingependelt. Zum Vergleich: 1986 wurden gerade 518 Tonnen gesammelt. Im Jahr 2018 wurden 200 Tonnen Altmetall und 900 Tonnen Altholz gesammelt. Die Menge Elektroschrott belief sich auf 230 Tonnen. Im Jahr 2000 wurde Elektroschrott erstmals separat in der Statistik geführt; damals wurden 68 Tonnen erfasst.

Seit knapp einem Jahr ist das Unternehmen Awista mit der Abfallentsorgung in Haan betraut. Die Sperrmüllabfuhr, früher immer freitags erledigt, handhabt der Betrieb jetzt flexibel. Das hilft, den Fahrzeugpark effektiver einzusetzen. Andererseits aber soll diese Neuregelung dem Sperrmüll-Diebstahl entgegenwirken. Sammler sind unterwegs und holen Wertstoffe aus den Abfallbergen, die sie für die eigene Geldbörse vermarkten. Die Erlöse würden ansonsten im Gebührentopf landen und dabei helfen, die Belastung der Gebührenzahler in Grenzen zu halten.