Das kommt auf die Evangelische Kirchengemeinde Hilden in 2020 zu

Veränderungen im Jahr 2020 : Evangelische Gemeinde stellt sich neu auf

In diesem Jahr stehen in Hilden zahlreiche personelle Veränderungen und wichtige Vorhaben an.

Der Träger der Kitas wechselt, das Presbyterium (das Leitungsgremium der Gemeinde) konstituiert sich, zwei Pfarrer gehen in den Ruhestand und auch baulich tut sich etwas. In diesem Jahr stehen in der Evangelischen Kirchengemeinde Hilden einige Veränderungen an. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Da sich allerdings die Gesellschaft wandelt und damit auch der Stellenwert einer Kirchengemeinde, muss sich auch die Arbeit anpassen“, erklärt Pfarrer Ole Hergarten, Vorsitzender des Presbyteriums. Die Gemeinde besteht aus der Erlöser-, der Friedens- und der Reformationskirche und hat insgesamt 14.901 Mitglieder.

Neben den gesellschaftlichen gebe es aber auch kirchlich strukturell veränderte Rahmenbedingungen. „Außerdem stellen wir fest, dass es eine zunehmende Nachfrage nach religiösen Angeboten gibt, die sich zum Beispiel in neuen spirituellen Formen äußert. Ein Grundsatz der Protestanten in der Reformation war: ecclesia semper reformanda. Frei übersetzt: Kirche soll sich immer selbst erneuern.In diesem Sinn sind wir sind gute Protestanten“, führt Hergarten weiter aus.

Eine wichtige Veränderung in diesem Jahr wird sein, dass eine Pfarrstelle innerhalb der Gemeinde wegfällt. Pfarrer Yorck-Peter Wolf von der Friedenskirche wird zum 1. Februar 2020 in den Ruhestand verabschiedet wird. Wolf ist seit 1990 in der Gemeinde tätig, seit 2002 ist er Schulpfarrer am Evangelischen Schulzentrum Hilden. Seine Pfarrstelle umfasste zu 50 Prozent die Gemeindearbeit sowie zu 50 Prozent die Schulseelsorge. Seine Frau Pfarrerin Annette Braun-Wolf, ebenfalls von der Friedenskirche, folgt ihm zum 1. Dezember in den Ruhestand. Braun-Wolf hat jedoch nur eine halbe Stelle. Die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind die musikalische Arbeit mit Kindern und die Evangelische Erwachsenenbildung. Die beiden halben Stellen in der Kirchengemeinde bleiben allerdings unbesetzt. „Das kreiskirchliche Pfarrstellenrahmenkonzept sieht vor, dass wir in Hilden ab 2020 nur noch fünf Pfarrstellen besetzen können.“ Anfang vergangenen Jahres hatte sich Pfarrer Udo Pickshaus nach 35 Jahren von der Friedenskirche verabschiedet.  Auf ihn war Pfarrerin Esther Pippig in der Friedenskirche gefolgt. Wie die pfarramtliche Arbeit unter den fünf verbleibenden Pfarrdienstinhabern neu erteilt und welche Arbeiten gestrichen werden müssen, dazu konnte Pfarrer Hergarten noch keine Auskunft geben. Das sei eine Aufgabe, die das Presbyterium bis zum 1. Advent 2020  zu lösen hat.

Eine weitere wichtige Veränderung betrifft die drei evangelischen Kindergärten. Ab dem 1. August wird der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann die Trägerschaft übernehmen (die RP berichtete). Laut Hergarten hat das unterschiedliche Gründe: „Wir erreichen Synergieeffekte, weil eine zentrale Stelle sich viel besser in den immer komplizierter werdenen Gesetzen rund um die Kindertagesstätten auskennen kann. Da sitzen dann Fachleute, die sich juristisch und verwaltungstechnisch kümmern können. Ein Presbyterium ist immer ein Laiengremium und muss sich fachlichen Rat von außerhalb einholen.“ Die Evangelische Kirchengemeinde Hilden verspricht sich von dem Rückzug aus der Trägerschaft eine Entlastung der Pfarrstellen. „Die Pfarrer sollen für ihren Kindergarten / ihre Kindertagesstätte ausschließlich religionspädagogisch tätig sein und damit ihrer eigentlichen Qualifikation nachgehen“, erklärt Hergarten.

 Ein weiterer Punkt auf der Liste der Veränderungen ist, dass am 22. März 2020 das neue Presbyterium in einem Gottesdienst in der Reformationskirche eingeführt wird. Dabei handelt es sich 20 ehrenamtliche Mitglieder. Eine Wahl war nicht nötig, weil auf die zu besetzenden Plätze die gleiche Anzahl Bewerber vorgeschlagen wurden. Im April wird sich das neue Leitungsgremium dann zusammensetzen, um die Arbeit innerhalb der Kirchengemeinde zu besprechen.

Pfarrer Ole Hergarten ist Vorsitzender des Presbyteriums. Foto: Köhlen, Stephan (teph)
Pfarrer Yorck-Peter Wolf wird Ende Januar verabschiedet. Foto: Köhlen, Stephan (teph)
Auch die Reformationskirche, hier beim Tag des offenen Denkmals, muss renoviert werden. Betroffen sind die Seitenschiffe. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Zuletzt stehen auch Renovierungsarbeiten in zwei der Gemeindekirchen an. So muss in der Erlöserkirche der Boden erneuert werden. Die Arbeiten sind innerhalb der Sommerferien geplant. In dieser Zeit wird die Kirche wahrscheinlich nicht nutzbar sein. In der Reformationskirche hingegen müssen die Seitenschiffe neu gestrichen und teilweise neu gestaltet werden.