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Coronavirus: Verdachtsfall in Haan bestätigt sich nicht

Nach Ausbruch in NRW : Corona-Verdacht in Haan nicht bestätigt

Entwarnung: Ein Corona-Verdachtsfall in Haan hat sich nicht bestätigt. Die Gefahr durch das Virus kommt trotzdem immer näher. Am Dienstag haben Mediziner den Erreger erstmals bei Menschen in NRW nachgewiesen. Viele stellen sich die Frage: Wann erreicht das Virus den Kreis Mettmann. Wie haben sich die Krankenhäuser aufgestellt? Und wie sieht der Notfallplan aus?

Als der Patient über die typischen Symptome klagt und sich der Verdacht erhärtet, dass die Erkrankung vom Coronavirus ausgelöst worden sein könnte, greift der Notfallplan des St.-Josef-Krankenhauses in Haan: Der Patient wird isoliert, die Mitarbeiter ziehen sich unverzüglich Schutzkleidung an und informieren die zuständigen Stellen im Krankenhaus selbst und beim Kreisgesundheitsamt. „Zum Glück hat sich der Verdacht nicht bestätigt“, erklärt Cerstin Tschirner, Sprecherin der Kplus-Gruppe, zu der das Haaner Krankenhaus gehört. „Dem Patienten geht es wieder gut.“ Die Vorsichtsmaßnahmen können wieder zurückgefahren, der Mann wieder entlassen werden. Im Kreis Mettmann gibt es bis heute noch keinen bestätigten Corona-Fall.

Allerdings kommt das Virus immer näher: In Nordrhein-Westfalen ist am Dienstagabend zum ersten Mal ein Patient positiv auf den Erreger der Corona-Krankheit, Sars-CoV-2, getestet worden. Wie ein Arzt des Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhauses bestätigte, handelt es sich dabei um einen 47-jährigen Mann. Er soll bereits an einer Vorerkrankung leiden. Der Mann und seine Ehefrau waren zwar nicht verreist, es soll aber Kontakt zu einem Bekannten gegeben haben, der sich geschäftlich in letzter Zeit in China aufgehalten hatte. Das Ehepaar stammt demnach aus Gangelt im Kreis Heinsberg und wurde zunächst in dem Erkelenzer Krankenhaus behandelt.

Auch im Kreis Mettmann hat diese Nachricht für Unruhe gesorgt. Die beiden Erkrankten werden in der Düsseldorf Uniklinik isoliert behandelt. Das Infektionszentrum der Uniklinik wäre auch für Erkrankte aus dem Kreis Mettmann zuständig, wenn dort noch ausreichend Platz vorhanden wäre. „Sollten die Kapazitäten nicht ausreichen, richten wir in unseren Krankenhäusern Isolierbereiche ein, die baulich vom Rest des Gebäudes getrennt sind“, erklärt Cerstin Tschirner von der Kplus-Gruppe. Dort werden die Patienten dann nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes behandelt. „Das passiert nicht nur beim Coronavirus, sondern beispielsweise auch bei Norovirus-Fällen“, erklärt Cerstin Tschirner. „Letztlich sind Patienten mit dem Verdacht auf eine Erkrankung durch das  Corona-Virus aus Sicht der Krankenhaushygiene wie jeder andere hoch ansteckende Patient zu behandeln.“

Die Mitarbeiter seien noch einmal sensibilisiert worden, um Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und entsprechend handeln zu können. „Ziel ist immer, die Ausbreitung von Erregern zu verhindern – und natürlich den Betroffenen bestmöglich medizinisch und pflegerisch zu behandeln“, so Cerstin Tschirner weiter. „Wir informieren Patienten und Besucher, wie sie dazu beitragen können, dass sich Viren, Bakterien und Pilze, die sich über die Atemluft mittels Tröpfcheninfektion verbreiten können, nicht weiter ausbreiten.“

Als mögliche Symptome einer Infektion gelten anhaltender Kopfschmerz, hohes Fieber – hier ist die im Ohr gemessene Temperatur ab 39 Grad gemeint – und akute Atemwegbeschwerden sowie möglicher Kontakt zu einer Risikoperson. Eine Bitte hat Cerstin Tschirner an Patienten mit akuten, plötzlich aufgetretenen Lungenproblemen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben oder Kontakt zu einem bestätigten 2019nCOV-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn hatten: „Melden Sie sich vorher bei Ihrem Arzt oder im Krankenhaus an und vereinbaren Sie das weitere Vorgehen“, sagt die Kplus-Sprecherin. Auf diese Weise kann sich das Krankenhaus gezielt auf den Fall einstellen. „Es bringt niemanden weiter, wenn sich der Patient erst mit anderen Patienten ins Wartezimmer setzt“, so Cerstin Tschirner.

Um Erreger im Keim zu ersticken, spielen saubere Hände eine große Rolle. Wichtig ist, die Finger, Fingerkuppen und Handzwischenräume 20 bis 30 Sekunden reibend einzuschäumen, anschließend mit frischem Wasser nachzuspülen und die Hände sorgfältig mit einem sauberen Handtuch oder mit Einmalhandtüchern abzutrocknen. Eine anschließende Handdesinfektion empfehlen Mediziner ebenso.