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Coronavirus-Verdacht: Stadt Haan schließt Kita und Schule

Verdacht auf Coronavirus : Haan schließt Kita und Schule

Die Gemeinschaftsgrundschule Gruiten und die Kita Hasenhaus (Dinkelweg) in Haan bleiben am Mittwoch geschlossen. Bei einem Elternteil, dessen Kinder die beiden Einrichtungen besuchen, besteht Corona-Verdacht, teilte die Stadt mit.

Das Coronavirus hat womöglich Haan erreicht. Wie Bürgermeisterin Bettina Warnecke am Dienstagabend mitteilte, sei sie kurz zuvor  vom Gesundheitsamt des Kreises Mettmann informiert worden, dass bei einer Person der Verdacht bestehe, dass sie sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben könnte. „Es handelt sich bei der möglicherweise am Coronavirus erkrankten Person um ein Elternteil zweier Kinder, die die Gemeinschaftsgrundschule Gruiten und die Kita Hasenhaus (Dinkelweg) besuchen. Als Vorsichtsmaßnahme werden die GGS Gruiten und die Kita Hasenhaus am Mittwoch zunächst für einen Tag geschlossen“, erklärte Bettina Warnecke. Kreisgesundheitsamt und Stadt gehen davon aus, dass die Ergebnisse des Tests am Mittwoch vorliegen. Dann werden weitere Maßnahmen geprüft.

Bei der Schließung der Schule und der Kita handelt es sich laut Haans Bürgermeisterin um eine ordnungsbehördliche Maßnahme der Stadt Haan, die auf Empfehlung des Gesundheitsamtes des Kreises Mettmann erfolgte. „Schulleiter und Kita-Leitung sind bereits informiert und werden über ihre Kommunikationskanäle alles dran setzen, um die Eltern noch heute über die morgige Schulschließung zu informieren“, erklärte Bettina Warnecke am Dienstagabend.

Kurz zuvor hatte der Kreis Mettmann drei ersten Corona-Verdachtsfälle bestätigt. Bislang hatte sich immer nur ein Vorverdacht ergeben, der sich nicht bewahrheitete.

Im ersten Fall handele es sich aktuell um eine junge Frau aus Erkrath, die laut Kreissprecherin Daniele Hitzemann klinische Symptome aufweist und über eine Veranstaltung in Düsseldorf Kontakt zu einer im Kreis Heinsberg bereits positiv getesteten Person hatte. Zurzeit steht die Frau mit ihrer Familie (Ehemann, zwei Kinder) zu Hause unter Beobachtung.

Beim zweiten Fall handelt es sich laut Kreis ebenfalls um eine junge Frau, die aus Mailand kommend ihre Familie in Erkrath besucht. Auch sie zeige klinische Symptome und steht zusammen mit ihrer Familie unter häuslicher Beobachtung.

Beim dritten Fall handele es sich um eine Urlaubsrückkehrerin aus der Lombardei, die zusammen mit ihrem Ehemann in Langenfeld in der häuslichen Umgebung überwacht wird.

In allen drei Fällen ist der Verdacht noch nicht bestätigt. Die Ergebnisse der Abstrich-Untersuchungen stehen noch aus – sie werden im Laufe des Mittwochs erwartet. „Der Krisenstab des Kreises tagt aktuell regelmäßig. Für Fragen von Bürgerinnen und Bürgern werden wir ab Mittwochfrüh ein Service-Telefon betreiben“, kündigt Landrat Thomas Hendele an und ergänzt: „Damit entlasten wir zugleich die niedergelassene Ärzteschaft, aber auch die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr.“

Das Service-Telefon wird zwei Aufgaben übernehmen: Zum einen dient das Service-Telefon dazu, allgemeine Fragen aus der Bevölkerung entgegen zu nehmen. Zum anderen soll das Service-Telefon als Clearingstelle für Bürger dienen, die glauben, eventuell infiziert zu sein. Mittels Abfrage der vom Robert-Koch-Institut definierten Kriterien (Symptome, Aufenthalt in einem Risikogebiet, Kontakt zu einer nachgewiesen infizierten Person) ermitteln die Mitarbeiter des Service-Telefons, ob ein klärungsbedürftiger Verdachtsfall anzunehmen ist und die Person gegebenfalls einer weiterführenden Diagnose zugeführt werden sollte.

Die Vorbereitungen zur Schaffung einer zentralen Anlaufstelle laufen derzeit noch und sind nicht zuletzt von der Mitwirkung der kassenärztlichen Vereinigung abhängig. Bis zur Einrichtung einer solchen Anlaufstelle werden mögliche Verdachtsfälle vom Service-Telefon an das Gesundheitsamt vermittelt. Dort wird dann mit den Betroffenen das weitere Vorgehen geklärt.

Das Service-Telefon ist ab Mittwoch, 4. März, unter der Nummer 02104 993535 täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Die Servicezeiten für das Wochenende werden kurzfristig bekanntgegeben, hieß es.