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Coronavirus: Drei Infizierte in Haan - Zahl im Kreis steigt auf 17

Hilden Haan : Drei Corona-Infizierte in Haan

Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Fälle auf 17 im Kreis. Die städtischen Seniorendienste Hilden schließen bestimmte Gruppen vom Besuch aus, um die Bewohner zu schützen. Grundschulen sagen Klassenfahrten ab.

Nachdem die ersten Verdachtsfälle in Haan noch negativ getestet worden waren, haben Mediziner nun bei drei Menschen das Coronavirus nachweisen können. In Hilden stehen die Ergebnisse in zwei Fällen noch aus. Insgesamt meldet der Kreis meldet fünf neue Erkrankte. Spitzenreiter bleibt Erkrath mit neun positiv getesteten Erkrankten.  Insgesamt 17 Menschen im Kreis haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

Hinzu kommen 17 Verdachtsfälle: acht in Erkrath, drei in Ratingen, je zwei in Hilden und Mettmann, sowie je einen in Langenfeld und Monheim. Bei einem Verdachtsfall in Erkrath handelt es sich um einen Schüler des Gymnasiums Hochdahl. Dieser hatte Kontakt mit einem Erkrankten. Er zeigt bislang keine Symptome. Als Vorsichtsmaßnahme hat die Stadt das Gymnasium bis einschließlich Freitag geschlossen. Sollte das Testergebnis negativ sein, kann die Schule am Montag wieder öffnen.

In Bayern (Oberallgäu, Ostallgäu, Kempten und Kaufbeuren) gilt ab Freitag ein Besuchsverbot für Kliniken und Altenheime. Ebenso in den beiden Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Heinsberg/NRW.

So weit will Beate Linz-Eßer, Geschäftsführerin der städtischen Seniorendienste Stadt Hilden, noch nicht gehen. Sie hat aber seit Mittwoch die Besuchsregelung geändert: Kinder jeden Alters und Jugendliche, die die Schule besuchen, Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen, Menschen, die vor 14 Tagen in Corona-Risikogebieten waren sowie Corona-Erkrankte und -verdachtsfälle ist „leider bis auf Weiteres“ der Besuch der beiden Seniorenheime nicht mehr gestattet. Dieser Schritt sei ihr nicht leicht gefallen: „Wir haben auch einen Krisenstab gebildet und versuchen jeden Tag neu, mit der Corona-Pandemie umzugehen. Unsere meist hochbetagten Bewohner sind die Menschen, die im Moment am meisten gefährdet sind. Wir müssen sie und auch unser Mitarbeiter schützen, weil wir unsere Einrichtung nicht einfach schließen können. Wir haben auch kein Home-Office.“ Das Verständnis bei den Bewohner sei groß: „Die meisten sind erstaunlich entspannt.“ Hilden ist die einzige Stadt im Kreis Mettmann, die zwei kommunale Altenheime mit insgesamt 218 Plätzen sowie Seniorenwohnungen und eine Tagespflegeeinrichtung mit rund 280 Mitarbeitern betreibt.

Besuchsverbot für Altenheime: Darüber sei auch schon im Krisenstab des Kreises Mettmann gesprochen worden, sagt Kreis-Sprecherin Daniela Hitzeman: „Die Heime können das selbst entscheiden. Für das Kreisgesundheitsamt gibt es aber noch keinen Grund, dass generell anzuordnen.“

Die Kplus-Gruppe hat die Besuchsregelungen für ihre Krankenhäuser in Hilden und Haan eingeschränkt: „Schützen Sie sich, Patienten und Mitarbeiter. Deshalb bitten wir darum, die Besuche in unserem Krankenhaus so weit wie möglich einzuschränken. Auch mit Anrufen können Sie Familienmitgliedern und Freunden Ihr Mitgefühl ausdrücken und für Sie da sein“, schreibt sie auf FAcebook. Wer Husten, Schnupfen oder Fieber habe, soll bitte zu Hause bleiben. „Für isolierte Patienten (z.B. wegen Influenza oder Norovirus) gilt: Ein Besucher pro Tag.“

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, verzichten die Hildener Grundschulen vorerst bis zu den Osterferien auf Veranstaltungen mit Publikumsverkehr, wie beispielsweise den Osterbasar an der Grundschule am Elbsee. Deren Schulleiterin Christiane Gierke teilte im Namen aller Grundschulleitungen mit, dass innerschulische Veranstaltungen wie geplant stattfinden. Klassenausflüge sowie Unterrichtsgänge innerhalb Hilden könnten ebenfalls wahrgenommen werden. „Abgesagt werden müssen alle Ausflüge sowie Klassenfahrten außerhalb Hildens“, erklärte sie weiter.