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Corona-Pandemie sorgt in Hilden für mehr Gewalt gegen Kinder

Kindeswohl in Hilden : Corona-Pandemie sorgt für mehr Gewalt gegen Kinder

Corona sorgt für mehr Stress, Konflikte und Gewalt in den Familien. Das spürt auch das Hildener Jugendamt. Die Zahl der möglichen Kindeswohlgefährdungen ist ebenso gestiegen wie die Zahl der Inobhutnahmen.

Für den Zeitraum des zweiten Lockdowns vermeldet der Allgemeine Sozialdienst im Dezember 2020 19 Meldungen zu einer möglichen Kindeswohlgefährdung und zwei Inobhutnahmen, im Januar 2021 zehn Meldungen zu einer möglichen Kindeswohlgefährdung und zwei Inobhutnahmen und im Februar 2021 zwölf Meldungen zu einer möglichen Kindeswohlgefährdung. Zum Vergleich: Ohne Corona sind die Mitarbeiter im Durchschnitt 8,75 Mal pro Monat wegen einer möglichen Kindeswohlgefährdung aktiv geworden.

Eine ganz ähnliche Entwicklung sei schon bereits im ersten Lockdown 2020 wahrgenommen worden, berichtete eine Mitarbeiterin den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Damals seien die Meldungen im Rahmen des Kinderschutzes rasant mit den Lockerungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen angestiegen. Das Jugendamt erwartet eine analoge Zunahme an Gefährdungsmeldungen und daraus gegegebenenfalls resultierenden Inobhutnahmen in den nächsten Wochen und sei darauf vorbereitet.

Ein Drittel aller Meldungen zu einer möglichen Kindeswohlgefährdung wurde 2020 durch die Polizei im Rahmen einer Meldung von häuslicher Gewalt getätigt. Um adäquat auf diese Entwicklung reagieren zu können, besuchen Fachkräfte des Allgemeinen Sozialen Dienstes im Mai 2021 eine mehrtägige Weiterbildung zum Thema „psychologische und rechtliche Hintergründe von häuslicher Gewalt“. Darüber hinaus sei die Zusammenarbeit mit der Frauenberatungsstelle sowie der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des katholischen Sozialdienstes SKFM für den Kreis Mettmann verstärkt worden. Seit März 2021 findet an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 8.30 bis 10.30 Uhr eine „vor Ort“ Sprechstunde im Bürgerhaus/Stellwerk (Mittelstraße 40) für Frauen statt.