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Corona-Krise schwächt lokale Wirtschaft massiv

Hilden : Corona-Krise schwächt lokale Wirtschaft massiv

Die Pandemie macht den Betrieben in Hilden und Haan mächtig zu schaffen. Die Perspektiven sind düster, erklärt die IHK in ihrer jüngsten Konjunkturumfrage, für die rund 180 Unternehmen befragt worden sind.

Zu Beginn der Sommerferien hat die Corona-Krise die Wirtschaft in Hilden, Haan und den anderen Städten des Kreises weiter fest im Griff. Trotz Lockerungen seien die wirtschaftliche Tätigkeiten nach wie vor erheblich eingeschränkt. „Viele Branchen können die (Umsatz)Verluste nicht wieder wettmachen. Die Nachfrage gewerblicher und privater Kunden stockt immer noch. Darüber hinaus ist die eng verzahnte, arbeitsteilige und globalisierte Wirtschaft empfindlich gestört und kommt nur langsam wieder in Gang“, erklärt Gerd Helmut Diestler, Konjunkturexperte der IHK Düsseldorf, die auch für Hilden und Haan zuständig ist.

An der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage haben sich in den ersten beiden Juniwochen gut 180 Unternehmen mit zusammen rund 15.000 Beschäftigten beteiligt. Insgesamt beurteilt die Wirtschaft ihre Geschäftslage als schlecht: Fast jeder zweite Betrieb ist derzeit unzufrieden. Und die kurzfristigen Aussichten sind ebenfalls schlecht: In den nächsten zwölf Monaten erwartet fast jeder zweite Betrieb einen (weiteren) Rückgang und nur jeder vierte eine Besserung seiner Geschäfte. „Eine baldige konjunkturelle Erholung oder gar Rückkehr zum Vor-Krisen-Niveau sieht die Wirtschaft aktuell nicht“, sagt Diestler.

Bis auf das Baugewerbe und einige wenige Dienstleistungen befinden sich alle Branchen in der Krise. Der Einzelhandel und viele Dienstleister wurden stark vom Lockdown getroffen und können ihre Leistungen noch immer nur unter großen Einschränkungen anbieten. Großhändlern sei die Nachfrage in großen Teilen weggebrochen. Industriebetrieben machten Grenzschließungen und Hygieneauflagen sowie krisenbedingte Nachfrageeinbrüche aus dem In- und aus dem Ausland schwer zu schaffen. Von den Vorleistungsgüterproduzenten, zu denen auch die Zulieferindustrie zählt, befindet sich kaum einer in einer guten Geschäftslage, aber mehr als 70 Prozent berichten von einer schlechten Lage. Dagegen ist die Situation der Investitionsgüterproduzenten derzeit noch ausgeglichen. Einzelhändler mussten zeitweise ihre Ladengeschäfte schließen oder zumindest harte Hygieneauflagen erfüllen. Tourismus, Gastronomie und Freizeitwirtschaft kamen zeitweise fast komplett zum Erliegen und können nur eingeschränkt neu starten. Die Logistikbranche profitiert zwar vom Online-Boom, leidet aber unter gesunkenen Frachtaufkommen sowie der eingeschränkten Personenbeförderung.

Die angespannte Situation und die eher düsteren Wirtschaftsaussichten schlagen sich deutlich in den aktuellen Investitionsplanungen und bei den Beschäftigungsabsichten nieder. Bei den Inlandsinvestitionen überwiegen nun mit 39 Prozent der Nennungen die Betriebe mit Budgetkürzungen, in der Industrie sind es sogar 48 Prozent. Die Hälfte aller Betriebe hat ihre Investitionsbudgets für die kommenden zwölf Monate gesenkt. Nur ein Drittel will seinen finanziellen Aufwand aufrechterhalten, und nur zwölf Prozent wollen auch während der Corona-Krise stärker als zuvor an ihrem Standort im Kreis Mettmann investieren.

33 Prozent aller antwortenden Unternehmen tragen sich mit dem Gedanken, Personal abbauen zu wollen, in der Industrie beabsichtigen dies 47 und bei den Vorleistungsgüterproduzenten sogar 57 Prozent. Nur in der Bauwirtschaft sind die Pläne noch ausgeglichen. „Noch schlagen sich die Kürzungsabsichten der Unternehmen nicht in den Arbeitslosenzahlen nieder, sondern werden kurzfristig gut durch die Kurzarbeit aufgefangen“, so Diestler.