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Corona-Inzidenz im Kreis Mettmann steigt über 200 - was das für die Bürger bedeutet

Kritische Grenze überschritten : Inzidenz im Kreis Mettmann steigt über 200 - Verantwortliche beraten über Maßnahmen

Am Dienstag ist die Inzidenz im Kreis Mettmann auf 216,2 gestiegen. Die Verantwortlichen sprechen am Vormittag über eine Verschärfung der Maßnahmen.

Jetzt ist es also doch soweit: Die Inzidenz im Kreis Mettmann ist am Dienstag über den kritischen Wert von 200 gestiegen. Laut Robert-Koch-Institut liegt er aktuell bei 216,2 (Montag: 190,3). „Die Verantwortlichen sitzen am Vormittag zusammen und sprechen über die Situation“, erklärt Kreissprecherin Tanja Henkel.

Welche Auswirkungen die hohe Inzidenz hat, besprechen Amtsleiter und Experten heute Vormittag. Ob auch auf die Bürger in Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld, Mettmann, Monheim, Ratingen, Velbert und Wülfrath eine sogenannte Corona-Leine zukommt, ob sie sich also nur noch in einem 15-Kilometer-Radius über die Grenzen des Kreises hinweg bewegen dürfen, wird dort entschieden.

Die NRW-Landesregierung hat den Weg dahin laut Tanja Henkel am Montagabend vereinfacht und eine Regionalverordnung erlassen, der Landkreise und Städte einfach beitreten können. Dadurch entfällt, dass jeder Kreis und jede Stadt eigene Verordnungen aufsetzen müssen. Im NRW-Erlass heißt es, die Maßnahmen gelten „aufgrund eines besonderen, nicht auf eine bestimmte Einrichtung eingrenzbaren Infektionsgeschehens“.

Hotspot-Bewohner dürfen sich demnach nur „im Umkreis von 15 Kilometern Luftlinie ab der Grenze des eigenen Heimatorts (politische Gemeinde)“ bewegen. Für Besucher, die in den Hotspot hinein wollen, gilt ebenfalls von ihrem Wohnort an gemessen der 15-Kilometer-Radius. Ausgenommen sind berufliche, dienstliche, ehrenamtliche und vergleichbare Besorgungen, der Schul-, Kita- und Notbetreuungsbesuch sowie eine Begleitung dafür. Gleiches gilt etwa für Besuche bei und von engen Familienmitgliedern, Lebensgefährten und vergleichbar nahestehenden Personen, Arztbesuche und „Fahrten aus ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen“. Bei Verstoß drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

Im Kreis Mettmann treiben vor allem Corona-Ausbrüche in Senioreneinrichtungen die Zahlen nach oben. Kreissprecherin Daniela Hitzemann sagte noch am Wochenende, dass diese Fakten ebenfalls in die Abwägung rund um neue Verschärfungen mit einfließen. „Wenn Senioreneinrichtungen einen Großteil der Infektionen ausmachen, ist die Frage, ob dann Maßnahmen für die breite Bevölkerung der richtige Ansatz sind.“

In einer früheren Version dieses Artikel hieß es, dass der Krisenstab des Kreises heute zusammensitzt. Jedoch treffen sich nur die Verantwortlichen der einzelnen Bereiche, die zum Großteil auch im Krisenstab sitzen, um im Verwaltungsvorstand über die Situation zu sprechen. Wir bitten, dieses Missverständnis zu entschuldigen.

(tobi)