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Corona in Flüchtlingsheim: Hilden ist dritter Fall im Kreis

Hilden : Corona in Asylheim: Hilden ist dritter Fall im Kreis

Zuletzt war das Coronavirus in einem Flüchtlingsheim in Mettmann aufgetreten. Von den 88 Bewohnern sind dort nur noch zehn infiziert, berichtet das Kreisgesundheitsamt. In Hilden befinden sich nach einem Fall an der Herderstraße 48 Menschen in Quarantäne.

Die Corona-Pandemie hat jetzt auch die Hildener Flüchtlingsunterkünfte erreicht. 48 Bewohner des Asyls Herderstraße stehen bis zum 10. Mai unter Quarantäne, weil ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde (die RP berichtete).

Das ist der dritte Fall dieser Art im Kreis Mettmann, bestätigt Pressesprecherin Daniela Hitzemann. Anfang April war ein Flüchtling in Langenfeld erkrankt, dazu gab es einen Verdachtsfall. Beide sind wieder gesund. Dann war das Virus bei Bewohnern der städtischen Flüchtlingsunterkunft in Mettmann nachgewiesen worden. Dort leben 88 alleinstehende Männer. „Rund 50 Prozent sind positiv getestet worden“, erläutert Hitzemann: „Inzwischen (Stand: 27. April) sind nur noch zehn infiziert.“ Alle Bewohner stehen auch weiterhin unter Quarantäne, so die Stadt Mettmann. Bei den Personen, die bisher negativ getestet wurden, soll in Kürze noch einmal ein Corona-Test durchgeführt werden.

Das Vorgehen in Langenfeld und Mettmann hat das Coronavirus erfolgreich eindämmen können. Deshalb wird das Kreisgesundheitsamt auch in Hilden so vorgehen. Glück im Unglück: Das Asyl ist nur zu 25 Prozent belegt. Die Bewohner können etwas Abstand zwischen sich und ihre Mitbewohner bringen. Sie werden mit Essen versorgt, damit sie die Gemeinschaftsküchen nicht benutzen müssen. Das Kreisgesundheitsamt geht allen Kontakten der Positiv-Getesteten nach und versucht so, die Infektionsketten zu unterbrechen.

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Aktuell leben 616 Flüchtlinge in Hilden (darunter 95 Kinder und Jugendliche), 517 sind als Asylsuchende anerkannt, berichtet die Verwaltung für den am Donnerstag tagenden Sozialausschuss. 199 wurden nicht anerkannt, leben aber noch weiter in Hilden. 454 Flüchtlinge sind  in städtischen Übergangsheimen untergebracht. Der starke Rückgang gegenüber dem letzten Bericht erkläre sich durch zahlreiche Auszüge, indem Menschen privaten Wohnraum fanden, freiwillig ausreisten oder durch Abschiebungen (17 Personen im Jahr 2019) außer Landes gebracht wurden.288 Personen befinden sich in einem noch laufenden Asylverfahren oder das Verfahren wurde ohne Anerkennung als Asylberechtigter abgeschlossen. Sie erhalten aber weiterhin Leistungen. Die Kosten für Unterkunft, Lebensunterhalt und Krankenhilfe für 121 Geflüchtete muss die Stadt Hilden komplett alleine tragen, Bund und Land erstatten nichts. Insbesondere die Kosten für Krankenhilfe können erhebliche Summen erreichen. Die Stadt hatte überlegt, die Geflüchteten gesetzlich krankenzuversichern. Berechnungen zeigten, dass dies noch sehr viel höhere Kosten verursachen würde.

2018 musste Hilden für den Bereich Asyl 7,061 Millionen Euro aufwenden, bekam von Bund und Land aber nur 38,98 Prozent oder 2,75 Millionen Euro erstattet. 2019 gab die Kommune 7,229 Millionen Euro für das Gesamtpaket Asyl aus, erhielt aber nur 36,75 Prozent oder 2,6 Millionen Euro erstattet – obwohl Asyl doch zweifelsfrei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Unabhängig von der jeweiligen Regierung lassen Bund und Land die Kommune Hilden seit 2004 beim Asylbereich finanziell im Stich.