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Corona-Impfung: Vorrang für Alleinerziehende

Hilden : Corona-Impfung: Vorrang für Alleinerziehende

Die Forderung des FDP-Politikers Grigorios Aggelidis, Eltern bei der Corona-Impfung ab Mitte Mai zu priorisieren, ist gut, greift aber nach Ansicht der Stiftung Alltagsheld:innen mit Sitz in Hilden zu kurz.

Heidi Thiemann, geschäftsführende Vorständin der Stiftung, begrüßt einerseits die Forderung nach einer Impf-Priorisierung von Eltern: „Der Schutz der Kinder, für die bisher noch keine Impfungen verfügbar sind, wird am besten über geimpfte Eltern sichergestellt.“ Thiemann weist jedoch darauf hin, dass auch in der Gruppe der Eltern eine genauere Differenzierung nach Bedarfslage notwendig sei: „Wir plädieren für eine Priorisierung für Eltern, die am dringendsten auf eine Impfung angewiesen sind: Das sind insbesondere Alleinerziehende, in deren Haushalt sich bei einer Covid19-Erkrankung kein zweiter Elternteil um die Kinder in Quarantäne kümmern kann.“

In Deutschland ist jede fünfte Familie eine Ein-Eltern-Familie. Von den etwa 2,6 Millionen Alleinerziehenden sind 90 Prozent Frauen. In Hilden gibt es etwa 350 Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter elf Jahren. Sieben von zehn sind voll berufstätig oder zeitweise beschäftigt. 66 Prozent der Alleinerziehenden geben an, dass sie so wenig verdienen, dass sie kein Geld für Urlaubsreisen haben.

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Die Stiftung verweist auf die Erkenntnisse aus der Kölner Studie, nach der insbesondere ärmere Stadtteile von hohen Inzidenzen betroffen sind, während wohlhabendere Stadtteile kaum mit Corona-Infektionen zu kämpfen haben. „Daher sollten neben Alleinerziehenden auch Eltern in stärker Corona-gefährdeten Stadtteilen bei der Impfung priorisiert werden“, so Thiemann.

Die neu gegründete Stiftung Alltagsheld:innen ist die erste bundesweite Stiftung, die sich für die Rechte von Alleinerziehenden einsetzt. Dazu fördert sie unter anderem innovative Projekte, die grundsätzlich und langfristig zur Verbesserung der konkreten Lebenssituation von Alleinerziehenden beitragen. Die Stiftung möchte Impulse für dem Stiftungsauftrag gemäße relevante Themen setzen, Netzwerke stärken und initiiert wissenschaftliche Untersuchungen zu den verschiedenen Bedarfen von Ein-Eltern-Familien. Die Stiftung ist gemeinnützig und nicht profitorientiert. Sie startete Anfang 2021 mit einem Kapital von 1,2 Millionen Euro.